Neue Warnhinweise zu Codein
Für codeinhaltige Schmerzmittel gelten ab sofort verschärfte Vorgaben zur Dosierung, Anwendung und Sicherheit von Patient:innen. Die Hersteller setzen damit eine behördliche Entscheidung der europäischen Koordinierungsgruppe CMDh um.
Betroffen sind vor allem Kombinationspräparate mit den Wirkstoffen Codein, Paracetamol, Coffein sowie ggf. Acetylsalicylsäure oder Propyphenazon (u. a. Dolomo TN, Paracetamol comp. von Stada/Aliud, Titretta und Azur compositum).
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
- Therapieplanung & Absetzen:
Bereits vor Behandlungsbeginn soll ein klares Behandlungsziel samt Dauer und Ausstiegsplan vereinbart werden. Die Anwendungsdauer ist so kurz wie möglich zu halten. Beim Absetzen empfiehlt sich eine schrittweise Dosisreduktion, um Entzugssymptome zu vermeiden. - Deutlicher Warnhinweis auf Suchtpotenzial:
Die Fach- und Gebrauchsinformationen weisen nun direkt zu Beginn eindringlich auf das Abhängigkeits- und Suchtrisiko des Opioids hin. Zudem wird eine sichere, für Dritte unzugängliche Aufbewahrung angeraten. - Erweiterte Risiken & Wechselwirkungen:
Neu aufgenommen wurden Hinweise auf Nebenwirkungen wie Schlafapnoe, Hyperalgesie (übermäßige Schmerzempfindlichkeit) sowie Interaktionen mit Gabapentinoiden. Auch seltene Ereignisse wie Pankreatitis oder das Kounis-Syndrom werden thematisiert. - Verhalten bei allergischen Reaktionen:
Bei Kombinationen mit Acetylsalicylsäure wird vor schweren allergischen Reaktionen (z. B. Atemnot, Angioödem, Brustschmerzen) gewarnt. Bei Auftreten solcher Symptome ist die Einnahme sofort abzubrechen und umgehend ein Arzt aufzusuchen.
Was das für PTAs bedeutet: Bei der Beratung zu entsprechenden Kombinationspräparaten sollte künftig noch gezielter auf eine möglichst kurze Behandlungsdauer und die neuen Sicherheitshinweise geachtet werden.
Mehr aus dieser Kategorie
Drei Wirkstoffe, eine Tablette: Daiichi Sankyo plant neue Fixkombis zur Cholesterinsenkung
Für Patient:innen mit deutlich erhöhten Blutfettwerten könnte das tägliche Tablettenzählen bald einfacher werden. Der Arzneimittelhersteller Daiichi Sankyo hat bei der …
Ipalat: Neu bei dm
Die Vitaminpastille Ipalat von Dr. Pfleger ist nun im Drogeriemarkt dm erhältlich. Das Nahrungsergänzungsmittel wurde den Apotheken bereits vor einem …
Neuartiger mRNA-Impfstoff senkt Sterberisiko um 42 Prozent
Eine aktuelle Studie liefert eine bahnbrechende Nachricht für die Krebsmedizin: Der gemeinsam von Moderna und MSD entwickelte mRNA-Impfstoff kann das …










