Nebenverdienst: 1.000 Euro für das App-Testen?
Während die Preise für Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen steigen und die Inflationsrate aktuell mehr als 7 Prozent beträgt, ändert sich am Gehalt für die meisten Angestellten nichts oder nur wenig. Kein Wunder, dass der Wunsch nach einem Nebenverdienst wächst, um den Geldbeutel aufzubessern. Bei scheinbar verlockenden Angeboten ist jedoch Vorsicht geboten, warnt das Bundeskriminalamt (BKA).
Ob kellnern, Zeitungen austragen oder im Büro beim Aktensortieren helfen: Es gibt viele Möglichkeiten, sich neben der Arbeit in der Apotheke etwas dazuzuverdienen. Jede/r siebte PTA übt laut dem großen PTA-Gehaltsreport 2021 zusätzlich einen Minijob aus. Und angesichts der aktuellen Preissteigerungen könnten es noch mehr werden.
Bei der Suche nach einem passenden Nebenverdienst heißt es jedoch: Augen auf. „Apps zu testen und dafür bis zu 1.000 Euro im Monat zu verdienen – das klingt für viele Jobsuchende sehr interessant“, heißt es vom BKA. Von derart verlockenden Angeboten sollte jedoch besser Abstand genommen werden, mahnen die Expert:innen. Der Grund: Häufig würden Kriminelle dahinterstecken, die Daten stehlen und damit Straftaten begehen wollen.
Nebenverdienst: Schnelles Geld für wenig Arbeit?
So würden die vermeintlichen Testpersonen unter anderem dafür angeworben, App von Online-Banken zu überprüfen, inklusive Kontoeröffnung. „Die Konten sind jedoch – anders als es die Täter die Opfer glauben machen – keine Testkonten, sondern echte Bankverbindungen.“ Nach der Eröffnung würden die Täter:innen dann die persönlichen Zugangsdaten „zu Analysezwecken“ anfordern und so vollen Zugriff auf die Konten erhalten, um anschließend im Namen des/der Kontoinhaber:in Straftaten zu begehen, beispielsweise Investitionen in den Online-Drogenhandel.
Zu finden seien solche Angebote für einen Nebenverdienst sowohl online aus als klassisch über Zeitungsannoncen. Wer darauf reagiert, riskiere jedoch, dass die „persönlichen Daten im Internet veröffentlicht und für zum Teil erhebliche Straftaten im In- und Ausland missbraucht werden“, warnen die Behörden. Doch damit nicht genug: Auch Betroffene selbst könnten dadurch in den Fokus polizeilicher Ermittlungen geraten, etwa wegen des Vorwurfs von Geldwäsche.
Umso wichtiger sei es, aufmerksam zu bleiben. Unseriöse Angebote seien beispielsweise daran zu erkennen, dass sie Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten und die Kontaktaufnahme vor allem über Messengerdienste erfolge. „Auch überdurchschnittlich hohe Verdienste für einfache Tätigkeiten sollten ein Warnzeichen sein.“ Das BKA rät, grundsätzlich keine sensiblen Daten im Internet preiszugeben, wenn Zweifel an der Seriosität des Nebenverdienst-Angebots bestehen.
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