Mit Tampons: Neue Testmethode auf Gebärmutterkrebs
Pro Jahr erkranken hierzulande mehr als 10.000 Frauen an einem Endometriumkarzinom – auch Gebärmutterkörperkrebs genannt. Je früher dieses entdeckt wird, desto größer die Heilungschancen. Dafür bringen Forschende nun eine neue Testmethode ins Spiel, und zwar per Tampon.
Schätzungsweise eine von 50 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterkörperkrebs, meist im höheren Lebensalter. In der Regel ist das Auftreten der Erkrankung hormonabhängig. Genau kann ein langfristiger Östrogeneinfluss das Risiko für ein Endometriumkarzinom erhöhen. Dieses ist zwar oftmals gut behandelbar. So liegt die 5-Jahres-Überlebensrate laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) bei knapp 80 Prozent. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Krankheit möglichst schnell erkannt wird. Da anders als beim Gebärmutterhals der Gebärmutterkörper für Ärzt:innen nicht so frei zugänglich ist, sind effektive Testmethoden gefragt. Ein Beispiel ist der sogenannte Tampon-Test, den Expert:innen nun auf den Weg bringen wollen.
Krebsdiagnose mittels Tampons?
Bei dem von Forschenden der Mayo Clinic (USA) entwickelten, nicht-invasiven Test wird bei Frauen, die unter abnormalen Blutungen leiden, wie bei der regulären Monatsblutung ein Tampon in die Vagina eingeführt. Anhand der aufgenommenen Vaginalflüssigkeit soll dann untersucht werden, ob bestimmte Biomarker für eine Krebserkrankung – genau Gebärmutterkörperkrebs – vorhanden sind. Nachdem eine erste Version des Tests 33 Biomarker erforderte, sollen beim neuen Tampon-Test nur noch sechs Biomarker ausreichend sein, um Aufschluss über eine mögliche Krebserkrankung zu geben.
Mehr noch: Der Test soll zudem unterscheiden können, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt. Dies konnte anhand von Testergebnissen einer entsprechend durchgeführten Studie belegt werden, die kürzlich im Rahmen einer gynäkologischen Fachtagung vorgestellt wurden und im Hinblick auf die Diagnosegenauigkeit des Tampon-Tests sehr gut ausfielen, heißt es.
Tampon-Test statt Biopsie?
Genau haben die Wissenschaftler:innen rund 700 Frauen untersucht, von denen jeweils ein Teil entweder einen gutartigen Endometrium-Befund zeigte, an Endometriumkrebs litt oder eine Hyperplasie – gutartig oder atypisch – aufwies. Bei allen wurde der Tampon-Test durchgeführt. Das Ergebnis: Dieser wies eine Spezifität von 85 Prozent und eine Sensitivität von insgesamt 89 Prozent auf. Somit könnte die Methode als Alternative zu Biopsien aus dem Endometrium dienen, die aktuell als Goldstandrad gelten, und Frauen die dadurch entstehenden Schmerzen ersparen, so die Hoffnung der Forschenden.
Übrigens: Werden oder wurden Frauen mit Tamoxifen behandelt – beispielsweise aufgrund einer Brustkrebserkrankung –, steigt das Risiko für die Ausbildung eines Endometriumkarzinoms, wie das RKI informiert.
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