Minus 221: Apothekenzahl sinkt weiter und erreicht neuen Tiefststand
Die Apothekenzahl erreicht einen neuen Negativrekord. Gab es Ende 2019 noch 19.075 öffentliche Apotheken, sank die Zahl bis Ende September 2020 um 221. Kein Wunder also, dass die Apotheker*innen mit Skepsis in die Zukunft blicken, wie die Ergebnisse des Apothekenklima-Index‘ 2020 zeigen.
Hinter den Apotheken liegen turbulente Monate. Harte Zeiten sind die Mitarbeiter*innen in den Apotheken gewohnt, doch die Hoffnung stirbt zuletzt. In den vergangenen Monaten hat die Skepsis bei den Kolleg*innen allerdings zugenommen und die Stimmung getrübt, auch mit Blick auf die Apothekenzahl.
„Die Stimmung in den Apotheken bleibt in diesen wechselvollen Corona-Zeiten von großer Skepsis geprägt“, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, der seine Hoffnung in das Apothekenstärkungsgesetz setzt. „Mit einer stärkeren Aufhellung wird wohl erst zu rechnen sein, wenn das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz seine positive Wirkung entfaltet, pharmazeutische Dienstleistungen etabliert sind und das E-Rezept in geordneten Bahnen eingeführt ist.“
Allerdings sei schon jetzt absehbar, dass die Pandemie die Prioritäten und Problemperspektiven der Apotheken verändert habe. Der Fokus auf bestimmte Themen habe laut Apothekenklima-Index 2020 stark zugenommen. „Dazu gehören vor allem die pharmazeutischen Freiräume in der Patientenversorgung (45 Prozent). Planungssicherheit (84 Prozent), Bürokratieabbau (72 Prozent) und Nachwuchsgewinnung (43 Prozent) bleiben aber weiterhin sehr wichtig.“
Drei Viertel der Apotheken (74 Prozent) erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten zwei bis drei Jahren. 2019 lag der Wert bei 80 Prozent. Die Skepsis der Kolleg*innen wird von der sinkenden Apothekenzahl bestätigt – Ende 2019 gab es hierzulande noch 19.075 öffentliche Apotheken. Am Ende des dritten Quartals 2020 waren es nur noch 18.854; ein Minus von 221, denn 279 Schließungen stehen nur 58 Neugründungen gegenüber. Somit erreicht die Apothekenzahl ihren tiefsten Stand seit Mitte der 1980er Jahre.
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