Metoprolol: Vorsicht in Kombi mit Sulfonylharnstoffen
Metoprolol gehört zu den Mitteln der Wahl bei Hypertonie. Doch der Wirkstoff ist mit verschiedenen unerwünschten Wirkungen verbunden. Vorsicht gilt vor allem bei Diabetes-Patient:innen. So muss ab sofort bei der Kombi aus Metoprolol und Sulfonylharnstoffen vor einer Hypoglykämie gewarnt werden.
Metoprolol ist ein Betablocker – Beta-Adrenozeptorblocker – und kommt vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck zum Einsatz, aber auch bei Herzinsuffizienz, Angina pectoris, koronarer Herzkrankheit (KHK), Tachykardie und anderen Arrhythmien sowie bei Migräne und Glaukom. Der Wirkstoff sorgt für eine Senkung des Blutdrucks, der Herzfrequenz sowie des Sauerstoffverbrauchs am Herzen und besitzt antiarrhythmische und peripher gefäßverengende Eigenschaften. Metoprolol und Co. blockieren die Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren, indem sie antagonistisch an die Rezeptoren binden und somit die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin hemmen.
Doch in Kombination mit anderen Arzneimitteln drohen Wechselwirkungen. Nun müssen die Fach- und Gebrauchsinformationen Metoprolol-haltiger Präparaten angepasst und in Verbindung mit Sulfonylharnstoffen vor einer Hypoglykämie gewarnt werden.
Sulfonylharnstoffe gehören zu den oralen Antidiabetika. Die Wirkstoffe haben blutzuckersenkende Eigenschaften und können unter anderem die Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse erhöhen.
Metoprolol und Sulfonylharnstoffe: Erhöhtes Risiko für Hypoglykämie
Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert, wurde ein Sicherheitsberichte bewertendes Verfahren auf europäischer Ebene zu Metoprolol-haltigen Arzneimitteln durchgeführt. Dabei kam die zuständige Koordinierungsgruppe der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) im November zu dem Beschluss, neue Hinweise in die Fach- und Gebrauchsinformationen aufzunehmen.
Hintergrund sind Daten aus der Fachliteratur zum Risiko einer schweren Hypoglykämie bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und Sulfonylharnstoffen sowie der plausible Wirkmechanismus, der einen kausalen Zusammenhang zumindest als eine begründete Möglichkeit erscheinen lässt.
Patient:innen müssen daher künftig in der Packungsbeilage darauf hingewiesen werden, dass Metoprolol bei gleichzeitiger Anwendung von bestimmten Antidiabetika – Sulfonylharnstoffen wie Gliquidon, Gliclazid, Glibenclamid, Glipizid, Glimepirid oder Tolbutamid – das Risiko einer schweren Hypoglykämie erhöhen kann. Das Fachpersonal soll zudem Diabetiker:innen darüber informieren, ihren Blutzuckerspiegel sorgfältig zu überwachen.
Die Umsetzung des europäischen Beschlusses soll bis Ende Februar erfolgen.
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