Kybella: Spritze gegen das Doppelkinn
Allergan hält für Kybella (Desoxycholsäure) bereits seit 2016 eine Zulassung in Europa. In Deutschland kommt Kybella nun zum 15. Oktober 2020 auf den Markt und wird zur Behandlung eines Doppelkinns eingesetzt.
Fettzellen unter dem Kinn einfach schmelzen lassen – Desoxycholsäure macht es möglich. Die sekundäre Gallensäure kann dazu beitragen, Fett zu verdauen. Die Substanz sorgt dafür, dass die Zellwände der Cholesterinzellen gelöst und das Fett verflüssigt werden.
Kybella ist zur Behandlung von mittlerer bis schwerer Wölbung oder Fülle aufgrund von submentalem Fett (Doppelkinn) bei Erwachsenen bestimmt, wenn vorhandenes submentales Fett eine erhebliche psychologische Belastung für den Patienten darstellt.
Desoxycholsäure ist ein zytolytisches Arzneimittel, das mittig in das preplatysmale subkutane Fettgewebe – zwischen Dermis und Platysma – im submentalen Bereich injiziert wird. Die Injektion sollte nicht intramuskulär, intravaskulär oder intradermal erfolgen. Eine falsche Injektionstechnik kann das Risiko für Hautulzerationen und Nekrosen erhöhen. Treten diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen an der Injektionsstelle auf, darf der Patient nie wieder mit dem Arzneimittel behandelt werden. Darüber wurde im Januar 2019 in einem Rote-Hand-Brief informiert. In einzelnen Fällen wurde eine Nekrose an der Injektionsstelle einschließlich Arteriennekrosen im submentalen Behandlungsbereich oder in unmittelbarer Umgebung dokumentiert. In den meisten Fällen wurden erste Symptome innerhalb einer Woche nach der Injektion verzeichnet. Während der Injektion sollte die Nadel nicht aus dem subkutanen Fett herausgezogen werden, sonst erhöht sich das Nekroserisiko.
Doppelkinn: Wie wirkt Kybella?
Desoxycholsäure zerstört bei Injektion in lokalisiertes Subkutanfett die Zellmembran der Adipozyten. In der Folge werden Makrophagen angezogen, um Zellreste und Lipide zu beseitigen und durch natürliche Prozesse abzubauen. Im Anschluss übernehmen Fibroblasten die Verdickung der faserförmigen Septen, was auf eine Erhöhung des Gesamtkollagens schließen lässt.
Dosierung
Die Anzahl der Behandlungssitzungen und das zu injizierende Gesamtvolumen richtet sich nach dem submentalen Fettanteil und den Behandlungszielen des Patienten – Injektion von 0,2 ml (2 mg) pro Injektionsstelle im Abstand von 1 cm. Die maximale Dosis von 10 ml (100 mg, entspricht 50 Injektionen) darf innerhalb von einer Behandlungssitzung nicht überschritten werden. Es können maximal sechs Behandlungssitzungen durchgeführt werden, diese müssen mindestens vier Wochen auseinander liegen. Die meisten Patienten nehmen nach zwei bis vier Behandlungssitzungen eine Verbesserung wahr.
Nebenwirkungen
Zu den häufig auftretenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautspannen sowie Reaktionen und Nervenverletzungen an der Injektionsstelle.
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