Herzinfarkt und Schlaganfall: Nach Corona fast siebenmal häufiger
Während einige Gefahren von SARS-CoV-2 inzwischen bekannt sind, sind andere noch eine große Unbekannte. Folglich kommen immer wieder neue Erkenntnisse ans Licht. So treten beispielsweise Erkrankungen wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall nach einer Corona-Infektion rund siebenmal häufiger auf.
Bestimmte Menschen gelten als besondere Risikogruppen für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer SARS-CoV-2-Infektion. Andersherum kann auch die Covid-19-Erkrankung selbst gesundheitliche Folgen haben, zum Beispiel womöglich Diabetes auslösen. Nun machen neue Studienergebnisse deutlich: Offenbar wirkt sich Corona auch auf Herz und Hirn aus. Denn das Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall steigt erheblich.
Wissenschaftler:innen aus Schweden haben anhand von mehr als 80.000 Corona-Patient:innen sowie mehr als 30.000 Kontrollpersonen mögliche Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung untersucht. Dafür wurden Daten zu registrierten Fällen zwischen Februar und September 2020 untersucht. Zugleich prüften die Forscher:innen, ob die betroffenen Personen im Nachgang weitere gesundheitliche Probleme aufwiesen. Die Ergebnisse zeigen: Einige Corona-Patient:innen erlitten nach der Ansteckung einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Mehr noch: Im Vergleich zur Zeit vor der Diagnose sowie ab einem Monat nach der Genesung war die Gefahr in den ersten vier Wochen deutlich erhöht. Allein innerhalb der ersten Woche nach der Ansteckung stieg das Risiko für einen Herzinfarkt um mehr als das Achtfache, für einen Schlaganfall um mehr als das Sechsfache. Je länger die Infektion zurückliegt, desto geringer das Risiko.
Verglichen mit den gesunden Personen aus der Kontrollgruppe ließ sich generell ein rund siebenmal höheres Risiko für beide Krankheitsbilder feststellen. „In unserer Studie haben wir Covid-19 als unabhängigen Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle und akute Myokardinfarkte identifiziert“, schlussfolgern die Studienautor:innen. Die gute Nachricht: Insgesamt treten die Erkrankungen nur selten auf.
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