Grippeimpfstoffe 2026/27: Versorgungsengpässe vorprogrammiert?
Die Bestellung der Grippeimpfstoffe für die Saison 2026/27 sollte eigentlich zum 31. März abgeschlossen sein. Doch wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) informiert, weichen die Vorbestellungen signifikant vom ermittelten Bedarf ab. Versorgungsengpässe sind vorprogrammiert. Daher appelliert das PEI an Ärzt:innen und Apotheken, umgehend zu bestellen. Doch Apotheken sollten das wirtschaftliche Risiko im Blick behalten.
Sowohl die Standard-Impfstoffe als auch der Hochdosis- und der MF-59-adjuvantierte Grippeimpfstoff, die beide für Personen ab 60 Jahren empfohlen werden, könnten aufgrund der geringen Vorbestellungen in der kommenden Grippeimpfsaison knapp werden. Weil die Zeit drängt, verlängern die Hersteller die Bestellfristen für Grippeimpfstoffe. Viatris, Seqirus und Sanofi weiten die Frist für Vorbestellungen bis zum 30. April aus.
Die Abda unterstützt zwar den Aufruf des PEI, die Vorbestellungen zu erhöhen, weist jedoch auf die Problematik des Verwurfs hin. Denn Apotheken tragen das wirtschaftliche Risiko und bekommen keine Rückerstattung für Grippeimpfstoffe, die von den Praxen nicht abgerufen oder in der Apotheke nicht selbst verimpft werden. Daher werden Apotheken dazu aufgerufen, bei den Vorbestellungen die Retourenregelungen der Hersteller im Blick zu behalten. Apotheken sollten nur so viele Bestellungen vornehmen, wie verbindlich von den Praxen rezeptiert wurden. Denn Apotheken sind nicht verpflichtet, auf eigenes wirtschaftliches Risiko Impfstoffe zu ordern.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlung zur Anpassung der Grippeimpfstoffe für 2026/27 veröffentlicht. Es bleibt bei trivalenten Impfstoffen. Für die bevorstehende Saison empfehlen die Expert:innen weiterhin eine Zusammensetzung mit zwei Influenza-A- und einem Influenza-B-Stamm.
Ei-basierte Grippeimpfstoffe:
- A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus
- A/Darwin/1454/2025 (H3N2)-ähnliches Virus
- B/Tokyo/EIS13-175/2025 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus
Zellkultur-basierte und rekombinante Vakzine sollen in folgender Zusammensetzung zur Verfügung gestellt werden:
- A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus
- A/Darwin/1415/2025 (H3N2)-ähnliches Virus
- B/Pennsylvania/14/2025 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus
Grundlage für die Empfehlung ist eine Auswertung globaler Grippeüberwachungsdaten. Basierend darauf sollen die Vakzine stets an die neuesten zirkulierenden Grippevirusstämme angepasst werden, um diesen entgegenzuwirken.
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