Grippe: 90 Prozent der Risikokinder ohne Schutz
Nur rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die ein erhöhtes gesundheitliches Risiko tragen, sind gegen Grippe geimpft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI), die auf Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen aus elf Grippesaisons zwischen 2014 und 2025 basiert.
Bleibt die Impfquote auf diesem Niveau, schätzt das RKI, dass in der kommenden Saison etwa 1,1 Millionen gefährdete Kinder und Jugendliche ohne Impfschutz dastehen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät deshalb nachdrücklich dazu, betroffene Heranwachsende rechtzeitig vor Saisonbeginn zu schützen.
Wer betroffen ist und warum geimpft werden sollte
Eine Grippeimpfung wird vor allem Kindern mit Vorerkrankungen empfohlen – etwa bei chronischen Leiden der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes oder starkem Übergewicht. Die Stiko betont, dass bei diesen Risikogruppen ein deutlich höheres Risiko für schwere Verläufe besteht, die zu Krankenhausaufenthalten, Intensivbehandlungen oder gar zum Tod führen können. Die Impfung mindert dieses Risiko und sollte einmal im Jahr – idealerweise im Herbst oder Winter – erneuert werden.
Gründe für die niedrige Impfquote
Dass so wenige Risikokinder geimpft sind, liegt laut Professorin Dr. Barbara Gärtner (Universitätsklinikum des Saarlandes) vor allem daran, dass die Influenza als Gefahr oft unterschätzt wird. Hinzu kommt, dass die Impfung im Alltag schlicht vergessen oder in Praxen nicht aktiv angesprochen wird. Befürchtungen wegen möglicher Nebenwirkungen spielen nach Studienergebnissen hingegen kaum eine Rolle.
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