Fünfmal häufiger betroffen: Migräne ist „Frauensache“
„Ich hab Migräne“ – Diesen Satz haben wohl viele von uns schon einmal gehört oder sogar selbst gesagt. Immerhin leidet hierzulande laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts rund jede/r Fünfte unter der Erkrankung. Dabei ist Migräne vor allem „Frauensache“, wie aktuelle Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) zeigen.
Migräne kommt in Attacken und ist daher nicht planbar. Die Anfälle können Betroffene dabei bis zu mehrere Tage lang außer Gefecht setzen. Denn es handelt sich nicht einfach um vermeintlich harmlose Kopfschmerzen, wie sie jede/n von uns immer einmal wieder plagen. Stattdessen klagen Migräne-Patient:innen über besonders starke, pochende Schmerzen im Stirn- und Schläfenbereich. Mehr noch: Zu den typischen Begleiterscheinungen zählen Aura, Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Bei einem Migräneanfall sind also meistens Bettruhe und Dunkelheit angesagt.
Um die Beschwerden zu lindern, stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Zu den Mitteln der Wahl zählen Triptane. Mit Sumatriptan gibt es dabei seit Ende letzten Jahres einen weiteren rezeptfreien Wirkstoff für die Therapie.
Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. So zeigt laut dem TK-Gesundheitsreport 2021 ein Blick auf die Medikamenten-Verschreibungen, dass Migräne „Frauensache“ ist. Sie bekamen 2020 im Vergleich zu Männern etwa fünfmal häufiger Medikamente zur Migräne-Therapie verschrieben. Waren es bei den männlichen Erwerbstätigen nur knapp sechs von 1.000 Patienten mit entsprechenden Verordnungen, lag die Zahl bei den Patientinnen bei rund 27 von 1.000.
„Spitzenreiter“ ist die mittlere Generation, also Frauen im Alter zwischen 45 und 54 Jahren. In dieser Gruppe gab es im Schnitt bei 33 von 1.000 Versicherten eine Triptan-Verschreibung. Grund dafür ist laut TK-Gesundheitsexperte Albrecht Wehner eine erhöhte Belastung. „Viele Menschen der sogenannten Sandwich-Generation müssen zahlreiche Aufgaben im Beruf und in der Familie unter einen Hut bekommen.“ Stress gehört neben Alkoholkonsum und Co. zu den Triggern, die das Auftreten einer Migräne fördern können.
Patient:innen sollten ein Migräne-Tagebuch führen, das auch eine Trigger-Checkliste enthalten sollte, um mithilfe von ärztlicher Unterstützung die bestmögliche Behandlungsmöglichkeit zu finden.
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