Depressionen: Neuer Wirkstoff zur schnell wirksamen Behandlung
Knapp 18 Millionen Menschen leiden hierzulande an einer psychischen Erkrankung, ein Großteil davon entfällt auf Depressionen. Behandelt wird neben einer Psychotherapie vor allem medikamentös, unter anderem mit verschiedenen Antidepressiva, Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und Co. Nun haben Forschende einen neuen Wirkstoff zur schnell wirksamen Behandlung von Antidepressiva entdeckt.
Genau hat ein Team der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg einen neuen Mechanismus entdeckt, der zur Entwicklung schnell wirksamer Antidepressiva beitragen soll. Dafür wurde ein spezieller Wirkstoff mit der Bezeichnung NAB-14 untersucht – sowohl im Labor als auch im Mausmodell.
Der Ketamin-ähnliche Wirkstoff soll an Bausteine des NMDA-Rezeptors im Gehirn andocken, die wichtig für die Kommunikation zwischen Nervenzellen sind. Weil NAB-14 eine spezielle Untereinheit des Rezeptors blockiert, kann die Balance zwischen aktivierenden und hemmenden Signalen im Gehirn beeinflusst werden. Und dies hatte einen entscheidenden Einfluss auf depressive Verhaltensweisen. Genau wurden diese im Tierversuch innerhalb kurzer Zeit vermindert.
Neuer Wirkstoff gegen Depressionen: Weniger Nebenwirkungen als Ketamin
Doch damit nicht genug. Denn der neue Wirkstoff zeigte zudem im Vergleich zu Ketamin weniger Anzeichen für unerwünschte Wirkungen, weil er gezielter im Gehirn andockt. Begleiterscheinungen wie Unruhe oder Wahrnehmungsveränderungen waren demnach unter NAB-14 nicht zu beobachten. Die Wirkung trat zudem nicht nur schnell ein, sondern hielt auch für bis zu zwei Tage an.
Nun sollen Studien an Menschen folgen, um den positiven Effekt des Wirkstoffs als neuen Ansatz für Patient:innen, bei denen herkömmliche Therapien bislang nicht ausreichend wirksam waren, zu bestätigen. Erste Schritte zur Entwicklung von NAB-14 als klinisch einsetzbares Arzneimittel wurden jedoch bereits eingeleitet.
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