Cholesterinsenker als Schutz vor Herzinfarkt und Co.?
Dass ein erhöhter Cholesterinwert mit verschiedenen Gesundheitsrisiken verbunden ist, ist bekannt. Nun zeigt sich: Einige Präparate, die als Cholesterinsenker Anwendung finden, können auch vor Herzinfarkt und Co. schützen.
Ein hoher Low Density Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C)-Wert gehört zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn überschüssiges LDL-C lagert sich in den Gefäßwänden ab und verursacht Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose), die zu kardiovaskulären Ereignissen führen können. Nun zeigen neue Studiendaten, welchen Einfluss Cholesterinsenker – genau PCSK9-Hemmer – auf das Risiko für Herzinfarkt und Co. haben können.
Cholesterinsenker verringert Herzinfarkt-Risiko
Auf dem Kongress der American Heart Association wurden kürzlich die Ergebnisse einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie Untersuchung von Forschenden vom Brigham & Women‘s Hospital der Harvard Medical School (USA) mit rund 12.500 Teilnehmenden vorgestellt. Diese wiesen einen erhöhten LDL-Cholesterinwert (≥ 90 mg/dl) auf und wurden alle zwei Wochen mit 140 mg vom PCSK9-Hemmer Repatha (Evolocumab, Amgen) behandelt oder erhielten ein Placebo.
Dabei zeigte sich: Die Anwendung des Cholesterinsenkers diente als Schutz vor Herzinfarkt und Co. Genau wurde das Risiko dafür um bis zu 25 Prozent verringert, wenn Patient:innen ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse hatten, beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen wie einer koronaren Herzerkrankung oder Diabetes. Die Gefahr eines ersten Herzinfarktes wurde sogar um 36 Prozent reduziert.
Die Forschenden führen den Effekt auf die signifikante Senkung des LDL-C-Wertes zurück. Denn PCSK9-Hemmer hindern das körpereigene Enzym PCSK9 am Abbau von LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen, wodurch mehr LDL-C in die Leber gelangt und dort abgebaut werden kann. Der LDL-C-Spiegel im Blut sinkt.
In Kürze könnte zudem mit Enlicitid (MSD) ein weiterer PCSK9-Hemmer auf den Markt kommen, der den LDL-Wert um bis zu 60 Prozent reduzieren und auch das Risiko für Herzinfarkte bei Risikopatient:innen im ersten Jahr um bis zu 20 Prozent verringern soll. Anders als Repatha handelt es sich dabei nicht um ein Präparat zur Injektion, sondern in Tablettenform.
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