Blähungen, Sodbrennen und Co.: Das sind die Tipps bei Verdauungsproblemen
Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern oftmals auch der üppigen Mahlzeiten. Von Gans über Lebkuchen, Punsch und Kekse ist alles dabei. Und das macht sich oftmals in den Tagen danach bemerkbar. Stichwort Verdauungsprobleme. Hier kommen einige Tipps gegen Sodbrennen, Verstopfung und Co.
Der erste Arbeitstag nach den Weihnachtsfeiertagen in der Apotheke ist oftmals stressig. Dabei suchen viele Kund:innen Rat und schnelle Hilfe bei Verdauungsproblemen. Denn die Weihnachtsvöllerei hinterlässt oftmals ihre Spuren. Während einige Patient:innen über Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen und Co. klagen, führt das reichhaltige Essen bei anderen eher zu Durchfall. Wir frischen dein Beratungswissen auf.
Blähungen und Verstopfung
Allein hierzulande leiden mehrere Millionen Menschen mindestens einmal pro Woche unter Blähungen. Die Luft im Bauch entsteht normal bei der Verdauung, wenn Darmbakterien Nahrungsmittelbestandteile zerlegen. Bestimmte Lebensmittel können die Gasbildung fördern und häufiges Pupsen und/oder ein Blähbauch sind die Folgen.
Abhilfe schaffen neben Bewegung, die den Darm in Schwung bringt, und Wärme, die die Muskulatur entspannt, vor allem Entschäumer wie Simeticon und Dimeticon. Diese vermischen sich mit dem Speisebrei. Simeticon kann die Oberflächeneigenschaften der Gasbläschen verändern und Schaum in freies Gas umwandeln. Pflanzliche Präparatmit Fenchel, Kümmel oder Anis werden blähungstreibende und krampflösende Eigenschaften zugesprochen. Aber auch Kamille, Melisse, Pfefferminze und Angelikawurzel können die Beschwerden lindern. Zur Verfügung stehen sowohl Arzneimittel als auch Tees.
Wer rund um die Feiertage selten bis gar nicht den Darm entleeren muss, leidet nicht automatisch unter Verstopfung. Denn alles zwischen dreimal täglich und dreimal pro Woche ist normal. Um Patient:innen, die sich verstopft fühlen, dennoch Linderung zu verschaffen, kommen unter anderem Quellstoffe wie Flohsamenschalen ins Spiel, die durch ihr Wasserbindungsvermögen dazu beitragen, das Darmvolumen zu erhöhen, die Darmbewegung anzuregen und so die Darmpassage zu verkürzen. Dabei sollte jedoch auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden.
Eine Alternative stellen Laxantien dar. Osmotisch wirksame Laxantien wie Glauber- oder Bittersalz, Macrogole und Lactulose erhöhen das Stuhlvolumen, weichen diesen auf und fördern die natürliche Darmbewegung. Hydragoge Laxantien, darunter Bisacodyl und Natriumpicosulfat, entfalten ihre abführende Wirkung nach etwa sechs bis zwölf Stunden.
Sodbrennen
Klagen Kund:innen über einen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein oder saures Aufstoßen, ist von Sodbrennen die Rede. Antazida wie Magaldrat bieten schnelle Hilfe, denn sie besitzen säureneutralisierende Eigenschaften und halten den pH-Wert im Magen im optimalen Bereich zwischen 3 und 5. Alginate verhindern dagegen ein Aufsteigen der Magensäure und sorgen so ebenfalls für Linderung.
Durchfall
Macht sich der Mix aus fettigen Speisen, alkoholhaltigen Getränken und verschiedenen Gewürzen in Form von Durchfall bemerkbar, stellen Aktivkohle und Gerbstoffe sowie Pektine eine Lösung dar. Sie tragen dazu bei, Giftstoffe aus dem Darm zu binden und diesen abzudichten. Elektrolytlösungen unterstützen dabei, den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, der durch die vermehrte Ausscheidung bei Durchfällen gestört ist.
Bei akutem Durchfall kommt außerdem der Motilitätshemmer Loperamid kurzfristig zum Einsatz. Und auch Racecadortil dient zur symptomatischen Behandlung. Doch Stiftung Warentest hat zuletzt deutlich gemacht, dass der therapeutische Stellenwert des Wirkstoffes noch nicht abschließend bestimmt ist. Gleiches gilt laut den Expert:innen bei Kohle-Präparaten.
Übrigens: Durchfall – genau paradoxe Diarrhoe – kann eine spezielle Form von Verstopfung darstellen, bei der nach besonders kompaktem Stuhl flüssiger Stuhl folgt.
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