BfR zu Jod: An Veganer:innen denken und Höchstmengen beachten
Mehr als jede/r Dritte ist hierzulande nicht dem Bedarf entsprechend mit Jod versorgt. Neben Schwangeren haben vor allem Veganer:innen ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Jod. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nun eine Anreicherung von Milchersatzprodukten. Bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) mit Jod gilt es, Höchstmengen zu beachten, warnen die Expert:innen einmal mehr.
Jod wird für den Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt und ist somit für die Steuerung von vielen Stoffwechselprozessen wie normales Wachstum, Knochenbildung, Gehirnentwicklung sowie den Energiestoffwechsel wichtig. Doch das Spurenelement kann nicht vom Körper selbst gebildet werden und muss daher zugeführt werden, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.
Dabei kommt es jedoch auf die angemessene Menge an. Denn während einerseits vor einem Defizit gewarnt wird, appelliert das BfR, Höchstmengen im Blick zu behalten, vor allem in Sachen Nahrungsergänzungsmittel. Von einer Anreichung von Lebensmitteln mit Jod raten die Expert:innen ab – mit Ausnahme von Milchersatzprodukten.
An Veganer:innen: Milchersatzprodukte mit Jod anreichern
Für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene ab 19 Jahren gelten seit Kurzem 150 µg/Tag als Referenzwert, der von der DGE und der Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) für eine angemessene Jodzufuhr empfohlen wird. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf (220 µg beziehungsweise 230 µg pro Tag). Die Aufnahme kann einerseits durch die Nahrung – Meeresfisch, Milchprodukte, Wurst, Rotalgen – erfolgen, andererseits über NEM. Hierbei gelten 100 μg Jod pro Tagesdosis als Höchstmenge, bei Schwangeren und Stillenden sind es aufgrund ihres erhöhten Bedarfs 100 bis 150 μg, wie das BfR in einer aktuellen Stellungnahme einmal mehr klarstellt.
Um hierzulande die Jodversorgung zu verbessern, wird zudem die freiwillige Anreicherung von Salz mit Jod empfohlen. Für andere Lebensmittel gilt dies jedoch bisher nicht. Nun macht das BfR eine Ausnahme: Weil neben Schwangeren auch Veganer:innen ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Jod haben, bringen die Expert:innen die Anreicherung von Milchersatzprodukten mit Jod ins Spiel. „Da Milch und Milchprodukte eine der Hauptquellen für Jod sind, könnten Lebensmittelprodukte, die als Ersatz für Milch und Milchprodukte konsumiert werden, von der bisherigen Praxis ausgenommen werden und direkt mit Jod angereichert werden“, heißt es. Dabei sollte sich an der natürlichen Jodkonzentration von 14 μg/100 g beziehungsweise 100 ml in Milch und Milchprodukten orientiert werden.
Die Anreicherung mit Jod soll dazu beitragen, „eine unzureichende Jodaufnahme aufgrund des (teilweisen) Verzichts auf herkömmliche Milch und Milchprodukte zu kompensieren“, fassen die Expert:innen zusammen.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
L-Thyroxin: Lebensgefahr wegen Überdosis
Levothyroxin (L-Thyroxin) gehört hierzulande zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Doch unter der Behandlung drohen auch Neben- und Wechselwirkungen. Eine …
Depressionen: Neuer Wirkstoff zur schnell wirksamen Behandlung
Knapp 18 Millionen Menschen leiden hierzulande an einer psychischen Erkrankung, ein Großteil davon entfällt auf Depressionen. Behandelt wird neben einer …
Aus für Beriglobin: Vertrieb eingestellt
Beriglobin (Humanes normales Immunglobulin) zu 2 ml und 5 ml Injektionslösung in Fertigspritzen ist nicht verfügbar. Der Grund: CSL Behring …












