Avène zieht nach: Dermokosmetik direkt bei Amazon
Jahrelang galt die Apotheke als der zentrale Ort für hochwertige Dermokosmetik. Doch die steigende Nachfrage im Netz erfordert neue Wege: Mit Avène geht nun die nächste große Marke eine direkte Partnerschaft mit Amazon ein. Die Hersteller begründen diesen Schritt nicht als Kurswechsel zu Lasten der Apotheken, sondern als gezielte Maßnahme, um Präsenz, Produktinformationen und den Verkauf von Originalware auf der Plattform selbst zu steuern.
Entwicklungen im Markt
Die Produkte werden künftig nicht mehr über Drittanbieter oder Versandapotheken vertrieben, sondern von Amazon selbst gelagert und versendet. Dies umfasst Prime-Lieferungen, Rabatte sowie Abo-Optionen.
Die Hersteller Pierre Fabre und Beiersdorf rechtfertigen diesen Schritt damit, dass Amazon mittlerweile die qualitativen Vorgaben der Selektivverträge erfülle. Die direkte Partnerschaft soll vor allem dazu dienen, die Markendarstellung zu kontrollieren, korrekte Produktinformationen zu gewährleisten und den Verkauf von Originalware sicherzustellen. Frühere Versuche von Drogerien wie dm oder Parfümerien wie Douglas, Apothekenkosmetik im großen Stil ins Sortiment aufzunehmen, waren in der Vergangenheit gescheitert.
Trotz der Expansion betonen die Unternehmen, dass die stationäre Apotheke wegen der qualifizierten Fachberatung weiterhin der wichtigste Vertriebskanal bleibt. Dieser soll auch künftig durch gezielte Schulungen, Promotion-Aktionen und den Ausbau von Premium-Platzierungen vor Ort unterstützt werden.
Marktdaten und Kennzahlen
Avène belegt derzeit die Position als Nummer 3 unter den Kosmetikmarken in der deutschen Apotheke und erwirtschaftet hierzulande einen Jahresumsatz von rund 120 Millionen Euro. Der Wandel im Kaufverhalten zeigt sich darin, dass mittlerweile knapp 40 Prozent des Volumens – was mehr als 6 Millionen verkauften Packungen entspricht – auf den Versandhandel entfallen. Insgesamt boomt das Geschäft mit Apothekenkosmetik im Netz und erreicht mittlerweile einen geschätzten Gesamtumsatz von einer Milliarde Euro.
Um den physischen Kanal zu stärken, setzt Marktführer Beiersdorf (Eucerin) weiterhin auf intensive Präsenz in den Apotheken: Das Unternehmen verzeichnet jährlich über 50.000 Trainingskontakte mit Apothekenmitarbeitenden sowie mehr als 75.000 Beratungsgespräche durch eigene Eucerin-Hautberatungsexpert:innen vor Ort.
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