AOK Nordost warnt vor Rezeptfälschungen
Die AOK Nordost verzeichnet eine „neue Welle von Rezeptfälschungen“. Betroffen sind vor allem Verordnungen über Krebsmedikamente sowie ein Allergie-Mittel. Apotheken sollen während der anstehenden Feiertage besonders aufmerksam sein – Praxen sollen E-Rezepte ausstellen.
Rezeptfälschungen werden in der Regel samstags oder außerhalb der Praxisöffnungszeiten in der Apotheke vorgelegt. Die AOK Nordost fürchtet, dass Betrüger:innen die schlechtere Erreichbarkeit von Arztpraxen um den Jahreswechsel nutzen könnten und verstärkt Papierrezept-Fälschungen in Umlauf bringen. Schon jetzt verzeichne die Kasse einen sprunghaften Anstieg von Rezeptfälschungen.
„Apotheken sollten insbesondere Verordnungen auf das onkologische Präparat Caprelsa 300 mg und auf das Allergie-Medikament Ragwizax sorgfältig prüfen“, rät Julia Goldmann, AOK Nordost. „Hier beträgt die Fälschungsquote 100 Prozent, das heißt, jedes der bisher bei uns abgerechneten Papierrezepte war eine Fälschung.“
Der Kasse ist von Januar bis Oktober ein Verlust von 755.000 Euro durch Rezeptfälschungen entstanden – rund 4.760 Euro für Caprelsa und rund 350 Euro für Ragwizax pro Packung.
„Wenn wir die aktuelle Fälschungswelle nicht stoppen, kann daraus schnell eine Million werden“, sagt Goldmann. „Und das betrifft nur die AOK Nordost. Man kann sich vorstellen, welchen finanziellen Schaden Rezeptfälscher der Gesamtgemeinschaft der gesetzlich Krankenversicherten jährlich zufügen.“ Die größten finanziellen Verluste sind auf Fälschungen von Alecensa, Braftovi, Caprelsa, Fentanyl, Lenvima, Lonsurf, Mekinist, Mektovi, Mounjaro, Orserdu, Ozempic, Ragwizax und Tukysa zurückzuführen.
Apotheken werden um verstärkte Aufmerksamkeit und Praxen um die Ausstellung von E-Rezepten gebeten. Goldmann hat noch einen Tipp für Apothekenteams: „Bei ihnen unbekannten Kunden sollten sich Apothekenmitarbeitende außerdem immer die Versichertenkarte zeigen lassen, wenn diese mit Papierrezepten kommen. Insbesondere, wenn auf diesen Rezepten hochpreisige Präparate oder Medikamente wie Ozempic und Mounjaro verordnet sind.“ Im Falle einer telefonischen Vorbestellung sollte die Apotheke darauf hinweisen, dass sie bei Abholung die Versichertenkarte prüfen wird.
Besteht der Verdacht einer Rezeptfälschung, sollte Rücksprache mit der Arztpraxis gehalten werden, ob der/die Patient:in bekannt ist. Ist das nicht der Fall, sollten direkt die Polizei und die zuständige Krankenkasse informiert werden.
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