Corona-Medikament: EMA prüft Sabizabulin
Die Europäische Arzneimittelagentur prüft Daten zu Sabizabulin (Veru) zum Einsatz des Mitosehemmers zur Behandlung von Covid-19.
Sabizabulin gehört zu den Indol- und Imidazolderivaten. Der Wirkstoff zählt wie Colchicin zu den Spindelgiften und bindet an die „Colchicin-Bindungsstelle“ von Alpha- und Beta-Tublin. Der Mitosehemmer zerstört die Mikrotubuli – die einen Teil des inneren Skeletts der Zellen bilden und SARS-CoV-2 beim Eindringen und Verlassen der Zellen unterstützen. Vermutlich greift Sabizabulin durch die Bindung an die Mikrotubuli in den Lebenszyklus des Virus ein und hemmt Replikation und Ausbreitung, denn der Spindelapparat wird in seinem Aufbau gehemmt. Außerdem kann Sabizabulin durch Hemmung der Tubulinpolymerisation auch die Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen hemmen. Stichwort Zytokinsturm.
Die Ergebnisse einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten klinischen Phase-III-Studie mit etwa 210 hospitalisierten COVID-19-Patient:innen mit mittelschwerem bis schwerem Verlauf sowie mit hohem Risiko für akutes Atemnotsyndrom (ARDS) und Tod zeigen unter Sabizabulin 9 mg eine 55-prozentige relative Reduktion der Sterblichkeit der Studienteilnehmer:innen.
Sabizabulin besitzt eine zytostatische Wirkung, deren Nutzen beim Prostatakarzinom untersucht wird.
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