22.000 Euro: Jascayd kommt jetzt als Großpackung
Boehringer bringt das neu eingeführte Jascayd (Nerandomilast) zur Behandlung von idiopathischer Lungenfibrose (IPF) und progredienter pulmonaler Fibrose (PPF) ab sofort auch als Großpackung auf den Markt. Die neue Bündelpackung enthält 180 Filmtabletten (in den Stärken 9 mg und 18 mg) und liegt preislich bei 22.049,32 Euro.
Für Patient:innen bringt die neue Packungsgröße einen spürbaren Vorteil: Da das Arzneimittel als Dauertherapie langfristig eingenommen wird, sinkt die gesetzliche Zuzahlung durch die Verordnung der Dreimonatspackung von bisher 30 Euro auf einmalig 10 Euro pro Quartal.
Nerandomilast ist ein selektiver Inhibitor der Phosphodiesterase 4 (PDE4) mit einer Präferenz für die Hemmung des Isoenzyms PDE4B gegenüber PDE4A, C und D. Das Enzym hydrolysiert und inaktiviert zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP); Nerandomilast wirkt sowohl antifibrotisch als auch immunmodulatorisch, da die bevorzugte Inhibition von PDE4B den intrazellulären cAMP-Spiegel erhöht und die Expression profibrotischer Wachstumsfaktoren und entzündungsfördernder Zytokine reduziert, die bei fibrotischen Lungenerkrankungen überexprimiert sind.
Die empfohlene Dosis beträgt 18 mg zweimal täglich in einem ungefähren Abstand von 12 Stunden. Die Behandlung sollte von Ärzt:innen eingeleitet werden, die in der Behandlung von Krankheiten, für die das Arzneimittel zugelassen ist, erfahren sind.
In klinischen Studien wurden Diarrhö, Übelkeit und verminderter Appetit häufig als Nebenwirkungen berichtet, insbesondere bei Patient:innen, die Nerandomilast in Kombination mit Nintedanib oder Pirfenidon erhielten. Bei bestehenden gastrointestinalen Beschwerden ist daher besondere Vorsicht geboten.
Psychiatrische Erkrankungen können bei Patient:innen mit IPF und PPF häufig als Komorbidität auftreten. In klinischen Studien mit Nerandomilast wurden über alle Behandlungsgruppen hinweg psychiatrische Ereignisse, darunter auch sehr seltene Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten, berichtet. Es wird eine routinemäßige Überwachung auf psychiatrische Erkrankungen empfohlen.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten darauf hingewiesen werden, während der Behandlung eine Schwangerschaft zu vermeiden und zuverlässige Verhütungsmethoden anzuwenden.
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