Bohnenkaugummi gegen HPV?
Mehr als 100 Typen von Humanen Papillomviren (HPV) gibt es. Viele von ihnen sind mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden, unter anderem mit Gebärmutterhalskrebs oder Kopf-Hals-Tumoren. Nun bringen Forschende einen speziellen Bohnenkaugummi ins Spiel, der gegen HPV wirken und das Krebsrisiko verringern soll.
Humane Papillomviren sind nicht nur Verursacher beinahe aller Warzen, sondern können auch das Krebsrisiko erhöhen. Die Übertragung von HPV erfolgt vor allem über die Schleimhäute. Nisten sich die Viren im Körper ein, können sie für Zellveränderungen sorgen, die sich von Krebsvorstufen bis hin zu Krebs entwickeln können. Tumore können sich beispielsweise im Gebärmutterhals, in oder an Vagina und Anus sowie am Penis, aber auch im Bereich von Rachen oder Kehlkopf bilden.
Um letzteren vorzubeugen, könnte ein spezieller Kaugummi helfen. Genau soll ein Bohnenkaugummi die Menge an HPV verringern.
Übrigens: HPV-Infektionen sind vor allem bei jungen Frauen weit verbreitet. In den meisten Fällen ist das Immunsystem in der Lage, die Infektion zu bekämpfen, sodass nach ein bis zwei Jahren keine Viren mehr vorhanden sind.
Bohnenkaugummi gegen HPV und Bakterien wirksam
Das konnte ein Forscherteam der University of Pennsylvania (USA) in einer Laborstudie mit menschlichen Proben nachweisen. Dafür wurde aus der tropischen Lablab-Bohne das Protein FRIL gewonnen, das antivirale Eigenschaften besitzt, und zu einem speziellen Kaugummi verarbeitet. Dieser wurde auf Speichel- und Mundspülproben von Patient:innen mit einem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich angewendet und überprüft, ob und wie sich die Anzahl der verantwortlichen HPV dadurch veränderte.
Dabei zeigte sich: Unter dem Bohnenkaugummi reduzierte sich die Menge an HPV um bis zu 93 Prozent (in Mundspülproben 80 Prozent). Außerdem wurden die Bakterien Porphyromonas gingivalis und Fusobacterium nucleatum, die mit Kopf-Hals-Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden, ebenfalls verringert. Wurde der Kaugummi um Protegrin, ein antimikrobielles Peptid, das Bakterien abtöten kann, ergänzt, konnten die Bakterien sogar fast vollständig bekämpft werden. Die nützlichen Bakterien der normalen Mundflora blieben unter dem Kaugummi weitgehend erhalten.
In klinischen Studien soll nun überprüft werden, ob der Bohnenkaugummi Menschen wirklich vor HPV-Infektionen oder Krebs schützen kann.
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