Warnung vor Wimpernseren mit Prostaglandinen
Wimpernseren gehören zu den meistgenutzten Kosmetika. Denn sie sollen Nutzer:innen zu gesunden, langen Wimpern verhelfen. Doch bei der Anwendung gilt Vorsicht, vor allem, wenn die Produkte Prostaglandine enthalten. Denn es drohen Gefahren.
Zwar sind Wimpernseren mit Prostaglandinen keine Neuheit, sondern bereits seit Jahren auf dem Markt, dennoch werden die damit verbundenen Gefahren oft unterschätzt. Darauf hat kürzlich die Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in einer Pressekonferenz hingewiesen.
Bisher kommen Prostaglandine in der Augenheilkunde im Rahmen der Behandlung von Grünem Star zum Einsatz, beispielsweise die Wirkstoffe Bimatoprost, Latanoprost, Tafluprost und Travoprost. In entsprechenden Augentropfen sollen die Gewebshormone dazu beitragen, den Augeninnendruck zu senken.
Doch seit einiger Zeit sind auch Wimpernseren mit Prostaglandinen beziehungsweise Prostaglandinanaloga als Kosmetika verfügbar, um das Wimpernwachstum anzuregen. Denn im Zuge der Augeninnendruck-Behandlung wurde festgestellt, dass die enthaltenen Prostaglandine dafür sorgen, dass mehr Pigment – genau Melanin – in die Haare eingelagert wird, sodass die Wachstumsphase der Wimpern verlängert wird und die Wimpern dicker werden, wenn sich mehr Haare gleichzeitig in der Phase befinden. Dieser Effekt wird in Wimpernseren genutzt.
Wegen Prostaglandinen: Andere Augenfarbe durch Wimpernseren
Doch es drohen Nebenwirkungen, wie die Stiftung Auge informiert. Neben Reizungen und Entzündungen des Auges sind dies vor allem farbliche Veränderungen am und um das Auge. Denn die verstärkte Melanineinlagerung bleibt nicht auf die Wimpern beschränkt. Stattdessen erfolgt dies auch in der Haut um die Augen und der Regenbogenhaut. Die Folgen: dunkle Augenringe sowie oftmals Verdunklungen der Iris. Sprich: Die Augenfarbe kann sich verändern. So ist den Expert:innen zufolge ein Wechsel von Blau oder Grün auf Braun möglich. Hinzukommt: Die Veränderung ist bleibend, auch nach dem Absetzen. Daneben ist auch ein veränderter Wuchs der Wimpern möglich.
Hinzukommt, dass bei einer Daueranwendung der Seren das periorbitale Fettgewebe vermindert werden kann, was ein Einsinken der Augen zur Folge haben kann. In Schwangerschaft und Stillzeit sind die Seren aufgrund der unerwünschten Wirkungen zudem kontraindiziert.
Wegen der drohenden Nebenwirkungen warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bereits seit einigen Jahren vor dem Einsatz von Prostaglandinen in kosmetischen Mitteln. Aktuell wird zudem darüber diskutiert, die Nutzung in Kosmetika auf EU-Ebene zu verbieten. Als Alternativen kommen unter anderem Produkte mit Vitamin B und E sowie Rizinus- oder Erdnussöl ins Spiel, die ähnliche Wirkungen zeigen sollen.
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