Anaphylaktischer Schock: Anapen wieder lieferbar
Bei einem anaphylaktischen Schock muss es schnell gehen. Notfallpens können Leben retten. Der Anapen 500 (Epinephrin, Bioprojet) für Erwachsene ist wieder liederbar.
Das Anapen Portfolio ist wieder vollständig. Der Adrenalin-Pen ist in allen drei Dosierungen 150, 300 und 500 µg wieder verfügbar. Letztere ist für Erwachsene ab einem Körpergewicht von 60 Kilogramm geeignet. Die empfohlene Dosierung liegt bei 5 bis 10 µg Adrenalin pro Kilogramm Körpergewicht, in Einzelfällen können höhere Dosen notwendig sein.
Anapen 500 wird intramuskulär in den Oberschenkel appliziert – auch durch leichte Kleidung hindurch. Die Injektion erfolgt durch Auslösen des roten Knopfes. Der Autoinjektor ermöglicht eine visuelle Kontrolle vor und nach der Anwendung. Vor der Injektion sollte die Lösung im Sichtfenster klar und farblos sein. Nach vollständiger Applikation färbt sich die Anzeige rot. Findet kein Farbwechsel statt, muss die Injektion mit einem neuen Anapen wiederholt werden.
Wenn sich der Zustand verschlechtert oder innerhalb von fünf bis 15 Minuten keine Besserung eintritt, kann eine zweite Injektion notwendig sein. Betroffene sollten daher zwei Autoinjektoren verordnet bekommen und jederzeit mitführen.
Adrenalin (Epinephrin) ist ein natürlich vorkommendes Katecholamin und wird vom Nebennierenmark als Reaktion auf Stress oder körperliche Anstrengung freigesetzt. Die Substanz stimuliert Alpha- und Betarezeptoren und ist Mittel der Wahl zur raschen Linderung einer Anaphylaxie. Adrenalin verursacht eine starke Gefäßverengung und wirkt somit der Erweiterung der Blutgefäße im Falle eines anaphylaktischen Schocks entgegen. Außerdem verursacht Adrenalin eine starke bronchodilatatorische Wirkung. Urtikaria und Pruritis werden ebenfalls gemindert.
Ein anaphylaktischer Schock ist die schwerste Form der Überempfindlichkeitsreaktion des menschlichen Immunsystems gegen ein Allergen. Binnen weniger Minuten kann es zu Atemnot oder Kreislaufstillstand kommen. Auslöser können Nahrungsmittel, Arzneimittel, Insektenstiche oder auch Inhalationsallergene wie Pollen, Schimmelpilze oder Tierhaare sein.
Ursache eines anaphylaktsichen Schocks ist eine Immunreaktion vom Soforttyp, der eine Antigen-Antikörper-Reaktion zugrunde liegt. Nach einem Erstkontakt mit dem Allergen wurde der Körper bereits sensibilisiert und entsprechende Antikörper gebildet. Kommt es zum erneuten Kontakt mit dem Allergen, werden die Antikörper freigesetzt und Mediatoren wie Histamin ausgeschüttet – und zwar in sehr großer Menge. Die Blutgefäße werden weitgestellt, der Blutdruck fällt ab und die glatte Muskulatur zieht sich zusammen.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Happy-Heart-Syndrom: Gebrochenes Herz wegen zu viel Glück
Ob Freud oder Leid – Emotionen gehören zum alltäglichen Leben dazu. Fallen diese jedoch besonders stark aus, beispielsweise aufgrund von …
Wirkstoff ABC: Milchsäure vs Milchsäurebakterien
Von A wie Amoxicillin, über B wie Budesonid bis Z wie Zopiclon: Die Liste der Wirkstoffe ist lang. Aber kennst …
Herbstgrasmilbe: Was hilft gegen den Juckreiz?
Viele kleine Tierchen sind in den Sommermonaten unterwegs, die stechen oder beißen. Nicht ganz so bekannt sind Herbstgrasmilben. Doch sie …










