Atomoxetin-Update: Ausfall bis Herbst
Atomoxetin-haltige Arzneimittel sind seit knapp zwei Jahren von Lieferengpässen betroffen. Einige Hersteller haben ihre Meldung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor Kurzem aktualisiert und das voraussichtliche Ende der Lieferengpässe verlängert.
Seit Mai 2024 sind beim BfArM Lieferengpässe Atomoxetin-haltiger Arzneimittel gemeldet. Ursache für den Versorgungsengpass war ein Qualitätsmangel, der in der Herstellung der Hartkapseln aufgetreten ist und starke Schwankungen im Wirkstoffgehalt zur Folge haben kann. Daraufhin erfolgten Rückrufe. Der griechische Hersteller hatte die Produktion ausgesetzt. Weil aber der betroffene Hersteller rund 80 Prozent des Marktvolumens abdeckt und Kompensationsmöglichkeiten fehlten, liefen Lieferengpassmeldungen auf – einige dauern voraussichtlich noch bis Herbst an.
Derzeit fehlen Atomoxetin-Hartkapseln von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Wirkstärken und Packungsgrößen. Betroffen sind laut BfArM:
- Atomoxe 1 A Pharma 10 mg Hartkapseln zu 7 und 28 Stück
- Atomoxe 1 A Pharma 18 mg Hartkapseln zu 7 Stück
- Atomoxe 1 A Pharma 25 mg Hartkapseln zu 7, 28 und 56 Stück
- Atomoxe 1 A Pharma 60 mg Hartkapseln zu 28 und 56 Stück
- Atomoxe 1 A Pharma 100 mg Hartkapseln zu 28 und 56 Stück
voraussichtliches Ende: 30. September
- Atomoxetin beta 18 mg Hartkapseln zu 7 und 28 Stück
- Atomoxetin beta 100 mg Hartkapseln zu 28 Stück
voraussichtliches Ende: 17. Juli beziehungsweise 31. Mai
- Atomoxetin Puren 10 mg Hartkapseln zu 28 Stück
voraussichtliches Ende: 8. Juni
- Atomoxetin-neuraxpharm 10 mg Hartkapseln zu 7, 28 und 56 Stück
- Atomoxetin-neuraxpharm 18 mg Hartkapseln zu 7, 28 und 56 Stück
- Atomoxetin-neuraxpharm 25 mg Hartkapseln zu 7, 28, 56 und 98 Stück
- Atomoxetin-neuraxpharm 40 mg Hartkapseln zu 7, 28, 56 und 98 Stück
- Atomoxetin-neuraxpharm 60 mg Hartkapseln zu 28, 56 und 98 Stück
- Atomoxetin-neuraxpharm 80 mg Hartkapseln zu 28, 56 und 98 Stück
- Atomoxetin-neuraxpharm 100 mg Hartkapseln zu 28 und 56 Stück
voraussichtliches Ende: 30. September
Atomoxetin ist zugelassen zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Der Arzneistoff hemmt den präsynaptischen Noradrenalin-Transporter (NET). In der Folge wird die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt gehemmt. Allerdings wird mit 4 Prozent nur ein geringer Anteil der Betroffenen mit dem Wirkstoff behandelt. Etwa 77 Prozent aller ADHS-Behandlungen erfolgen mit Methylphenidat.
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