Grippe und Corona: Empfehlung für ersten Kombi-Impfstoff
Zwar ist der Höhepunkt der aktuellen Grippesaison bereits überschritten, doch die nächste Welle kommt bestimmt. Und auch Coronaviren zirkulieren weiterhin. Zum Schutz vor schweren Verläufen stehen mehrere Impfstoffe zur Verfügung – und bald womöglich auch der erste Kombi-Impfstoff gegen Grippe und Corona. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat grünes Licht gegeben.
Mehr als 281 Millionen Corona-Fälle wurden laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher gemeldet. Auch nach Ende der Pandemie treten weltweit weiterhin Fälle auf. Und auch die saisonale Grippe sorgt jährlich für Millionen Erkrankungen. Zum Schutz vor schweren Verläufen kommt gegen beide Infektionskrankheiten eine Impfung ins Spiel – mit verschiedenen Vakzinen. Zwar kann die Verabreichung parallel erfolgen, dennoch sind mehrere Spritzen nötig. Nun empfiehlt die EMA jedoch die Zulassung für den ersten Kombi-Impfstoff gegen Grippe und Corona. Der mRNA-Impfstoff mCombriax (Moderna) soll bei Personen ab 50 Jahren zum Einsatz kommen.
Kombi-Impfstoff soll zuverlässig vor Grippe und Corona schützen
„mCombriax hilft, sowohl vor COVID-19, verursacht durch SARS-CoV-2, als auch vor saisonaler Grippe zu schützen“, heißt es in einer Mitteilung. Notwendig ist dafür nur eine einmalige Impfung. Wie bei anderen Impfstoffen gegen Influenza- oder Coronaviren wirkt die Vakzine, indem sie den Körper auf die Abwehr einer Infektion vorbereitet. Enthalten ist demnach Boten-RNA mit Anweisungen zur Herstellung von Proteinen, die auf SARS-CoV-2 und den Influenza-A-Stämmen A-H1N1 und A-H3N2 sowie Influenza B der Victoria-Linie vorkommen. Die für mCombriax genutzten Virenstämme basieren auf den WHO-Empfehlungen für 2023/2024, die Zusammensetzung soll jedoch voraussichtlich regelmäßig an die in der Bevölkerung zirkulierenden Virusstämme angepasst werden, heißt es.
Studiendaten belegen laut den Expert:innen, dass der Kombi-Impfstoff gegen Grippe und Corona gegenüber Einzelimpfungen mit verschiedenen Vakzinen in der Wirksamkeit nicht unterlegen war und eine ausreichende Menge an Antikörpern gegen beide Erreger produziert wurde.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen unter der Kombiimpfung gehörten Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, geschwollene Lymphknoten, Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber, die bei mehr als einer von zehn Personen auftreten können, in der Regel zwei bis drei Tage nach der Verabreichung.
Nach der Empfehlung der EMA entscheidet die Europäische Kommission über die Zulassung des Kombi-Impfstoffs gegen Grippe und Corona. „Nach Erteilung der Marktzulassung werden Preis und Erstattung auf Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten festgelegt, wobei die potenzielle Rolle und Anwendung des Arzneimittels im jeweiligen nationalen Gesundheitssystem berücksichtigt werden.“
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