Kochsalz statt Cortison: Nasenspray gegen Schlafapnoe?
Schlafprobleme gehören bei vielen Menschen zum Alltag. Bei einigen gehen diese jedoch über einen unruhigen Schlaf oder längere Einschlafzeiten hinaus. So leiden hierzulande etwa mehr als zwei Millionen Menschen an Schlafapnoe. Betroffen sind mitunter auch Kinder. Bei ihnen könnte jedoch Nasenspray zur Linderung der Beschwerden beitragen. Genau soll ein Kochsalz-Spray gegen Schlafapnoe wirksam sein.
Schlafapnoe bezeichnet eine gestörte Atmung während des Schlafens. Konkret kommt es zu kurzen Atemstillständen im Schlaf. Grund dafür sind verengte Atemwege, die die Atmung massiv beeinträchtigen. Die Folgen sind Tagesmüdigkeit sowie ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Schlaganfall und kognitive Störungen. Betroffen sind Personen jeder Altersgruppe. So leiden auch bis zu 2 Prozent aller Kinder darunter. Ursache sind bei ihnen meist vergrößerte Mandeln oder Polypen.
Um ihnen Linderung zu verschaffen, kommen neben einer operativen Entfernung auch Nasensprays ins Spiel. Anstelle von Cortison-haltigen Präparaten kann dabei aber auch Kochsalzlösung einen positiven Effekt haben. So zeigten Nasensprays mit Kochsalz bei Schlafapnoe eine vergleichbare Wirksamkeit, haben Forschende herausgefunden.
Schlafapnoe: Kochsalz-Nasenspray lindert Symptome bei Kindern
Ein Team der Monash University in Melbourne (Australien) hat in einer kleinen, randomisierten Studie den Effekt von Nasensprays mit verschiedenen Inhaltsstoffen miteinander verglichen. Konkret wurde die Wirksamkeit von Kochsalz gegen Schlafapnoe der von Cortison-haltigen Sprays bei Kindern gegenübergestellt. Dafür wurde den Teilnehmenden im Alter zwischen drei und zwölf Jahren zunächst über einen Zeitraum von sechs Wochen einmal täglich Kochsalz-Nasenspray verabreicht und anschließend überprüft, wie sich dies auf die Symptome ihrer vorliegenden Schlafapnoe auswirkte.
Bei knapp einem Drittel der Kinder (30 Prozent) verschwanden diese unter der Behandlung komplett. Die anderen zwei Drittel wurden im Anschluss weiter behandelt – entweder mit Kochsalz-Nasenspray oder einem Mometasonfuroat-haltigen Spray. In beiden Gruppen kam es bei jeweils 36 Prozent zu einer Besserung. Somit wurde „kein Unterschied zwischen Kochsalzlösung und intranasalem Steroid festgestellt“, wobei die Linderung unter Kochsalz oftmals sogar länger anhielt.
Dies hatte auch Auswirkungen auf die Einstellung der Eltern zu einer Operation – vor der Behandlung waren 91 Prozent dafür, anschließend noch 88 Prozent. Die Forschenden appellieren daher, bei Kindern mit Schlafapnoe zunächst eine Therapie mit Kochsalz-Nasenspray über einen Zeitraum von drei Monaten einzuleiten, bevor über einen operativen Eingriff entschieden wird.
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