Pille danach und Pille: (k)eine gute Kombi?
Bei der Abgabe von Notfallkontrazeptiva ist in der Apotheke besonderes Feingefühl gefragt. Denn es gilt, Patient:innen Unsicherheiten zu nehmen. Das betrifft auch die Frage rund um die Verhütung. Was gilt bei der Kombi aus Pille danach und der Pille?
Nach einer Verhütungspanne kommen oftmals Notfallkontrazeptiva – die Pille danach – zum Einsatz, die vor einer ungeplanten Schwangerschaft schützen sollen. Dabei stehen Präparate mit Levonorgestrel (LNG) oder Ulipristalacetat (UPA) im Rahmen der Selbstmedikation rezeptfrei zur Verfügung. Beide Wirkstoffe können den Eisprung verschieben – sofern dieser noch nicht stattgefunden hat. Daher zählt die frühestmögliche Einnahme nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Doch im Anschluss daran stellt sich die Frage nach der Verhütung. Kann beispielsweise nach der Pille danach trotzdem die Pille genommen werden?
Notfallkontrazeptiva: Kein allgemeiner Verhütungsschutz
Generell gilt: Ein allgemeiner Verhütungsschutz besteht nach der Einnahme eines Notfallkontrazeptivums bis zum Zyklusende nicht. Das bedeutet, dass bis zum Einsetzen der nächsten Periode weiterhin verhütet werden sollte, und zwar mit einer mechanischen Barrieremethode wie einem Kondom. Da die Wirkung der Pille danach zudem nur kurzfristig ist, wird eine mögliche Schwangerschaft in der Regel nicht verhindert, wenn es nach der Einnahme nochmals zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr kommt.
Achtung: Die nächste Menstruation kann sich nach der Einnahme von LNG oder UPA um bis zu 20 Tage verspäten, wobei bei Verzögerungen um mehr als sieben Tage ein Schwangerschaftstest durchgeführt und Arztrücksprache gehalten werden sollte.
Pille danach und Pille: Was gilt?
Wurde vor der Verhütungspanne ein orales hormonelles Kontrazeptivum genutzt, kann diese weiterhin normal eingenommen werden – sogar am Tag der Einnahme der Pille danach. Trotzdem sollten zusätzlich Kondome verwendet werden, denn die Wirkung regelmäßiger hormoneller Kontrazeptiva kann vorübergehend beeinträchtigt werden. Eine Kombination von mehreren Notfallkontrazeptiva mit verschiedenen Wirkstoffen ist zudem nicht angezeigt, denn es drohen Wechselwirkungen.
Übrigens: Während UPA-haltige Notfallkontrazeptiva in den USA einen Warnhinweis enthalten müssen, dass die Wirkung durch die Einnahme regulärer oraler Kontrazeptiva beeinträchtigt werden kann, sodass letztere für fünf Tage pausiert werden sollten, gibt es dafür laut der Europäischen Arzneimittelagentur keine aussagekräftigen Hinweise, sodass keine entsprechende Kennzeichnung erfolgt.
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