Fluorid: Achtung bei Schwarzem und Grünem Tee
„Baustoff für die Zähne“ – das ist nur eine der Bezeichnungen für Fluorid. Denn der Mineralstoff trägt dazu bei die Zahngesundheit zu erhalten und das Kariesrisiko zu reduzieren. Doch bei der Aufnahme gilt das Prinzip „weniger ist mehr“. Vor allem bei Schwarzem und Grünem Tee ist in puncto Fluorid Vorsicht geboten.
Fluorid gehört zu den Salzen der Fluorwasserstoffsäure und ist wichtig für die Festigung von Knochen und Zähnen. Stichwort Kariesprävention. Das Spurenelement findet sich meist in Speisesalz sowie dem Trinkwasser. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gilt ein Richtwert, der auf der Risikoverminderung für Zahnkaries aus präventiven Gründen basiert. Die Richtwerte für eine angemessene Fluoridgesamtzufuhr liegen zwischen 2,7 und 3,5 mg/Tag für Jugendliche und Erwachsene.
Während ein typisches Mangelsyndrom bisher nicht bekannt ist, können bei einer Überversorgung mit Fluorid Zahn- und Skelettfluorosen, aber auch Entwicklungsstörungen des Zentralnervensystems (ZNS) die Folgen sein. Daher gilt es, die Fluoridkonzentration entsprechender Lebensmittel um Blick zu behalten. Nun hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Auftrag der Europäischen Kommission eine Neubewertung zur sicheren Aufnahmemenge vorgenommen. Achtung gilt bei bestimmten Tees.
Wegen Fluorid: Kein Schwarzer und Grüner Tee für Schwangere?
Für Erwachsene gelten 3,3 mg/Tag als sichere Tagesaufnahmemengen, bei Kindern sind die Werte deutlich geringer. Für Säuglinge unter einem Jahr wird 1 mg als Grenzwert angeführt, zwischen einem und drei Jahren sind es 1,6 mg und von vier bis acht Jahren 2,0 mg. Weil auch Trinkwasser in der Regel Fluorid enthält, hat die EFSA Konzentrationen von mehr als 1,5 mg Fluorid/l als kritischen Schwellenwert festgelegt, bei dessen Überschreitung gesundheitliche Folgen drohen können.
Zudem sollte die zusätzliche Aufnahme über andere Lebensmittel im Blick behalten werden. Dafür wurde ein Tool zur individuellen Berechnung der täglichen Fluoridaufnahme entwickelt. So können neben fluoriertem Speisesalz vor allem Schwarzer und Grüner Tee die Gesamtaufnahme von Fluorid maßgeblich beeinflussen. Vor allem für Schwangere ist dabei Vorsicht geboten, um das ungeborene Baby nicht zu gefährden. Denn eine Überversorgung kann sich negativ auf die Intelligenz des Säuglings auswirken. Das Problem: Während für Salz hierzulande ein Höchstgehalt von 31 mg/100 g gilt, greift dies für Tees nicht, sodass sie einen stark variablen Fluoridgehalt haben. Daher sollten werdende Mütter ihren Konsum entsprechend reduzieren und auch Fluorid-haltige Zahnpasta stets bestimmungsgemäß anwenden.
Außerdem macht die EFSA einmal mehr deutlich, dass Fluorid nicht als essentieller Mineralstoff gilt, sodass die Aufnahme über die Nahrung nicht zwingend notwendig ist.
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