Lieferengpässe: Apotheken fordern mehr Freiheiten
Lieferengpässe gehören laut Apothekenklimaindex für vier von fünf Apotheken zu den größten Ärgernissen im Versorgungsalltag. Apotheker:innen fordern seit Langem einen größeren Handlungsspielraum für eine unbürokratische Arzneimittelversorgung. Der Deutsche Apothekertag (DAT) unterstützt einen entsprechenden Antrag des Apothekerverbandes Nordrhein.
Einstimmig und ohne Enthaltung haben die Delegierten dem Antrag aus Nordrhein zugestimmt. Der Gesetzgeber wird aufgefordert, „die öffentlichen Apotheken so zu stärken, dass eine schnellere und effizientere Versorgung von Patientinnen und Patienten gewährleistet wird und so Therapieverzögerungen vermieden werden.“
Zudem können Ärzt:innen von bürokratischem und zeitlichem Aufwand entlastet werden, wenn Apotheker:innen mehr Handlungsspielraum beim Austausch von verordneten Arzneimitteln bekommen. Es müsse verhindert werden, dass Patient:innen im Falle eines Lieferengpasses in ein „Karussell“ zwischen Arztpraxis und Apotheke kommen.
Daher lautet die Forderung: Die Austauschregeln aus der Pandemiezeit sollen wieder Gültigkeit erhalten und erweitert werden. Dokumentationen gegenüber den Kassen sollten so minimalisiert werden, dass Retaxationen weitgehend ausgeschlossen werden. Zudem wird ein finanzieller Ausgleich für den zusätzlichen Aufwand gefordert – die Lieferengpasspauschale soll angehoben werden.
Knapp acht von zehn Apotheken bringen pro Woche zwischen zehn und 40 Stunden für die Bewältigung von Lieferengpässen auf. Der Großteil der Zeit wird für die Kommunikation mit Patient:innen (80 Prozent), Arztrücksprachen (76 Prozent) und Verfügbarkeitsanfragen beim Großhandel (76 Prozent) aufgewendet.
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