8 Prozent Capsaicin: Chili-Pflaster gegen chronische Schmerzen
Chili ist nicht nur eine beliebte Zutat in der Küche, sondern kann auch zur Behandlung von Schmerzen eine Rolle spielen. Nun haben Medizinier:innen ein spezielles Chili-Pflaster entwickelt, das mit hochdosiertem Capsaicin gegen chronische Schmerzen wirken soll.
Etwa jede/r Vierte leidet hierzulande unter chronischen Schmerzen. Davon ist die Rede, wenn der Schmerz über mindestens zwölf Wochen anhält und somit unabhängig vom Auslöser selbst zu einer chronischen Erkrankung wird. Bei der Behandlung gibt es Expert:innen zufolge oftmals Nachholbedarf. Nun bringen Forschende eine neue Methode ins Spiel. Ein spezielles Chilipflaster gegen Schmerzen, und zwar mit hochdosiertem Capsaicin.
Capsainicinoide wie Capsaicin werden von diversen Paprika-Arten gebildet, um die Pflanzen vor Fraßfeinden zu schützen. Denn die Alkaloide sorgen für den charakteristischen scharf brennenden Geschmack der Früchte.
Hochdosiertes Chili-Pflaster gegen chronische Schmerzen
Seit Kurzem wird am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) sowohl in der ambulanten Behandlung als auch in einer mehrwöchigen Schmerztherapie in einer Tagesklinik eine neue Therapieoption angeboten. Die Rede ist von einem speziellen Pflaster zur Schmerzbehandlung. Genau setzen die Behandelnden auf hochdosiertes Capsaicin in Form eines Chili-Pflasters gegen Schmerzen.
Dieses soll vor allem bei Patient:innen mit chronischen Nervenschmerzen, beispielsweise nach einer Gürtelrose-Erkrankung, für Linderung sorgen. Denn der Pflanzenstoff sorgt dafür, dass die Nervenendigungen weniger empfindlich gegenüber Schmerzreizen werden, wodurch das Schmerzempfinden verringert werden soll. „Für uns in der Schmerztherapie bietet der hochkonzentrierte Wirkstoff eine neue Option, um bei besonders belastenden und schwer zu lindernden Nervenschmerzen eingreifen zu können“, heißt es.
Enthalten sind 8 Prozent Capsaicin, ein Vielfaches von anderen Wärmepflastern. Aufgrund der hohen Dosierung darf das Chili-Pflaster gegen Schmerzen nur kurzzeitig und unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Ein erster Pilotversuch zeigte bereits positive Ergebnisse, daher wurde das Pflaster in den Behandlungskatalog aufgenommen.
Achtung: Kommt Capsaicin nicht in Pflastern zum Einsatz, sondern wird oral aufgenommen, drohen Gefahren wie Magenschleimhautschädigungen, Kreislaufprobleme, Blutdruckveränderungen und Schwindel.
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