51 Nebenwirkungsmeldungen zu Pseudoephedrin ausgewertet
Wie häufig sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) bei Erkältungskombis mit Pseudoephedrin? Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) liefert Zahlen: Für den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2026 wurden 51 Verdachtsfälle im Zusammenhang mit sieben rezeptfreien Präparaten ausgewertet.
Unter den gemeldeten Fällen verteilten sich die Symptome wie folgt:
- Kardiovaskuläre Nebenwirkungen: In 31 Fällen traten Symptome wie Tachykardie und Blutdruckanstieg auf.
- Allergische Reaktionen: In 19 Fällen wurde über Symptome wie Exanthem und Juckreiz berichtet.
- Kombinierte Fälle: Sieben Meldungen enthielten Symptome beider Gruppen.
Über den gesamten Zeitraum hinweg überwogen die kardiovaskulären Symptome. Die betroffenen Personen waren zwischen 19 und 84 Jahren alt (41 Frauen, 10 Männer), wobei ein altersabhängiges Risiko aus den Daten nicht ableitbar ist.
Wirkungsweise
Pseudoephedrin wird unter anderem zur kurzfristigen symptomatischen Behandlung von Schleimhautschwellung der Nase und Nebenhöhlen bei Schnupfen (Rhinosinusitis) mit Kopfschmerzen, Fieber und erkältungsbedingten Schmerzen eingesetzt. Der Wirkstoff findet sich in Kombination mit Ibuprofen, ASS, Cetirizin oder Triprolidin. Je nach Präparat beträgt die Einzeldosis bis zu 120 mg; gemäß Anlage 1 Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) sind bis zu 720 mg Pseudoephedrin pro Packung zulässig.
Empfehlung der AMK
Ist nicht die Behandlung sämtlicher durch das Kombinationspräparat adressierter Symptome erforderlich, sollte laut AMK geprüft werden, ob eine gezielte symptomatische Therapie mit geeigneten Monopräparaten ausreichend ist. Apotheken sind angehalten, Verdachtsfälle und Risiken im Zusammenhang mit rezeptfreien Pseudoephedrin-Kombinationen konsequent an die AMK zu melden.
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