5.000 Teilnehmende beim Apothekenprotest Dortmund
Aus Protest gegen die Gesundheitspolitik sind am Mittwoch in Westdeutschland viele Apotheken geschlossen geblieben. Apothekerinnen und Apotheker aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen wandten sich mit der Protestaktion gegen ausufernde Bürokratie, anhaltende Lieferengpässe und eine bereits lange andauernde Unterfinanzierung.
Zu einer zentralen Kundgebung in Dortmund kamen nach Angaben der Polizei etwa 5.000 Apothekenangestellte, aber auch Mediziner:innen und Mitarbeitende der Branche. „Dass sich beide Berufsgruppen zusammentun und sich so viele Apotheken und Praxen an diesem Protest beteiligen, hat es noch nie gegeben“, sagte die Abda-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening in Dortmund. Sowohl Apotheker:innen als auch Ärzt:innen beklagen schon lange eine starke Unterfinanzierung bei enorm steigenden Kosten. Zudem wird der Politik vorgeworfen, dass Bürokratie und fehlende Konzepte den Fachkräftemangel zunehmend verschlimmern würden.
Mit Blick auf die Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, Light-Apotheken zu ermöglichen, betonte Overwiening: „Man kann an den Plänen des Gesundheitsministers nichts gut finden, gar nichts. Adexa-Bundesvorstand Andreas May ergänzte: „Die geplante Vertretungskompetenz für PTA in Filialapotheken ist eine reine Ausbeutung.“ PTA würden dies nicht wollen und von der aktuellen Ausbildung her auch nicht können, daher werde das Vorhaben von der Adexa nicht unterstützt.
Die Kundgebung in Dortmund ist bereits die zweite im November. Begonnen hatte der Protest-Monat am 5. November in Hannover. Im Laufe des Monats sind weitere Kundgebungen geplant. So am 22. November in Stuttgart, dann mit Apothekenschließungen in Bayern und Baden-Württemberg, sowie am 29. November in Dresden begleitet von Schließungen in Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.
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