2026: Mehr Brutto, aber weniger Netto?
Mit dem neuen Jahr steigt bei vielen Angestellten das Gehalt. Doch das bedeutet nicht automatisch mehr Geld. Im Gegenteil. Und selbst bei gleichbleibendem Brutto bleibt oftmals weniger Netto, zeigen aktuelle Berechnungen.
Zum Jahreswechsel durften sich viele Apothekenangestellte über ein Gehaltsplus freuen, denn im Tarifgebiet des Arbeitgeberverbands deutscher Apotheken (ADA) ist die zweite Stufe der vereinbarten Tariferhöhung in Kraft getreten. Seit Monatsbeginn erhalten PTA und andere Apothekenmitarbeitende 3 Prozent mehr. Das Problem: Obwohl sich das Brutto erhöht, macht sich das beim Netto oftmals nicht bemerkbar. Mitunter fällt dieses sogar geringer aus als bisher. Das zeigen Berechnungen des Softwarehauses Datev.
Trotz höherem Brutto: Netto bleibt meist weniger
So zeigt sich beim Vergleich von 2025 und 2026: In fast allen Steuerklassen dürfte das Nettogehalt selbst bei steigendem Bruttogehalt nur geringfügig höher ausfallen – „häufig nur wenige Euro pro Monat“, heißt es von den Expert:innen. Der Grund: Zwar wurden für das kommende Jahr bereits einige Steuerentlastungen beschlossen, beispielsweise eine höhere Pendlerpauschale sowie ein höherer Grundfreibetrag, bis zu dem das Gehalt steuerfrei bleibt, doch dies reicht den Expert:innen zufolge oftmals nicht aus, um steigende Sozialabgaben wie höhere Krankenkassenbeiträge und Co. aufzufangen. Die Folgen: Vor allem Geringverdienende und Personen mit mittleren Einkommen haben von einer Erhöhung des Bruttogehaltes oftmals nicht allzu viel übrig.
Mehr noch: Mitunter kann vom Brutto sogar weniger Netto bleiben als noch im letzten Jahr. Als Beispiel führt Datev eine verheiratete Person mit einem Bruttogehalt zwischen 2.000 und 2.500 Euro auf. Weil die anfallende Lohnsteuer bei dieser Summe ohnehin vergleichsweise gering ausfällt, bleiben steuerliche Entlastungen meist wirkungslos. Dennoch müssen auch sie oftmals einen höheren Zusatzbeitrag für die Krankenkasse zahlen, wodurch sich das Einkommen wiederum verringert.
Steuererleichterungen vs. steigende Sozialabgaben
Demgegenüber müssen Personen mit besonders hohen Einkommen Kürzungen beim Netto hinnehmen, weil die Bemessungsgrenzen für Kranken- Pflege, Renten- und Arbeitslosenversicherung gestiegen sind und somit mehr vom Bruttolohn steuer- und sozialabgabepflichtig ist.
„Steuerliche Entlastungen verlieren ihre Wirkung, solange Sozialabgaben dynamisch steigen“, fassen die Expert:innen zusammen. Damit bleibt nicht nur bei konstantem Verdienst, sondern selbst bei einer Gehaltserhöhung oftmals trotz mehr Brutto weniger Netto.
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