Quetiapin: Versorgung grundsätzlich nicht beeinträchtigt
Im Dezember tagte der Beirat zu Liefer- und Versorgungsengpässen. Unter anderem wurde die Versorgungslage von Metamizol, Atorvastatin und Quetiapin bewertet. Die Expert:innen kamen zu dem Schluss, dass zwar Engpässe bekannt sind, aber die grundsätzliche Versorgung nicht beeinträchtigt ist.
Mehr als 550 Lieferengpässe sind im Lieferengpassportal des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet – zum Jahreswechsel waren es rund 500. Der Beirat hat Einschränkungen in der Verfügbarkeit von humanem Choriongonadotropin, L-Thyroxin, Metamizol, Atorvastatin, Rosuvastatin, Metformin und Quetiapin geäußert. Die jeweiligen Lieferengpässe seien dem BfArM bekannt oder bereits im Lieferengpassonlineportal gemeldet. Aber: „Die grundsätzliche Versorgung ist hierdurch nicht beeinträchtigt.“
Dabei entfallen rund 50 Engpässe auf Quetiapin-haltige retardierte Präparate – Erstmeldungen für einige der Einträge stammen aus Januar 2025. Bis voraussichtlich Ende Juni fehlt der Wirkstoff von Accord, von Heumann bis wahrscheinlich Mai, Hexal hofft, im Januar/Februar wieder liefern zu können. Möglich ist zwar eine Umstellung auf nicht-retardierte Quetiapin-Präparate, jedoch sind die Filmtabletten im Gegensatz zu den Retardtabletten nicht zur Behandlung depressiver Erkrankungen zugelassen. Außerdem kann die Compliance beeinträchtigt sein, denn Filmtabletten müssen in der Regel zweimal täglich angewendet werden, und zwar unabhängig von den Mahlzeiten. Quetiapin retard wird hingegen einmal täglich ohne Nahrung und im Ganzen geschluckt.
Zudem hat das BfArM einen Überblick über die Versorgungslage mit Kinderarzneimitteln für Herbst/Winter 2025/26 gegeben. Die Auswertung basiert auf Daten zur aktuellen Verfügbarkeit in Apotheken, Lieferengpassmeldungen, Verfügbarkeit im Großhandel und Meldungen zur Produktion der pharmazeutischen Unternehmer. Das Ergebnis: Die dem BfArM verfügbaren Daten zeigen eine dem durchschnittlichen Bedarf entsprechende Verfügbarkeit fast aller Arzneimittel. Es gebe nur wenige Lieferengpässe bei Arzneimitteln der Dringlichkeitsliste.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Wissen to go: Nikotinersatz vs. E-Zigarette
Ob Brennen, Jucken oder Stechen – Wer in die Apotheke kommt, braucht neben schneller Hilfe vor allem eines: dein Expertenwissen …
So schützen sich Apotheken vor Retaxationen
Auf das Jahr hochgerechnet verliert fast jede Apotheke einen vier- bis fünfstelligen Betrag durch Retaxationen – darauf weist das Rechenzentrum …
Salbutamol: Import darf abverkauft werden
Ein Engpass wird für beendet erklärt, die Apotheke bleibt auf den bestellten Notimporten sitzen? So soll es nicht sein. Salbutamol …













