Natriumcitrat: Umbenennung und NRF-Anpassung
Die Rezeptursubstanz Natriumcitrat wurde offiziell in Natriumcitrat-Dihydrat umbenannt. Die NRF-Vorschriften wurden bereits angepasst, sofern die Substanz als Wirkstoff verarbeitet wird. Vorschriften, in denen Natriumcitrat-Dihydrat als Hilfsstoff dient, werden bei den kommenden Überarbeitungen entsprechend geändert.
Bei Natriumcitrat-Dihydrat handelt es sich um das kristallwasserhaltige Trinatriumsalz der Citronensäure. In wässriger Lösung reagiert die Substanz mit einem pH-Wert von 7,0 bis 9,0 basisch. Fein gepulvert löst sie sich bei Raumtemperatur schneller als in grob- oder feinkristalliner Form.
Präoperative Aspirationsprophylaxe
Als orale Lösung wird Natriumcitrat-Dihydrat prophylaktisch zur Neutralisation der Magensäure angewendet, um das Risiko einer Aspirationspneumonie zu vermindern. Diese präoperative Aspirationsprophylaxe wird vor allem in der Geburtshilfe eingesetzt.
- NRF 19.9. (Trinkfertige Lösung):
Neben Natriumcitrat-Dihydrat enthält die Zubereitung Glycerol 85 %, Natriumcyclamat, Methyl-4-hydroxybenzoat, Propylenglycol und gereinigtes Wasser. - Packmittel:
Geeignet sind Flaschen aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyethylenterephthalat (PET). Bei Glasflaschen wird über Inkompatibilitäten berichtet. Die früher befürchtete PET-Hydrolyse gilt laut DAC/NRF aufgrund des nahezu neutralen pH-Werts und klinischer Erfahrungswerte inzwischen als unwahrscheinlich, weshalb PET-Flaschen ergänzt wurden. - NRF 19.8. (Pulver zur Herstellung einer Lösung):
Diese konservierungsmittelfreie Alternative wird bei Unverträglichkeiten genutzt.
Beide Zubereitungen weisen eine Konzentration von 0,3 mol Natriumcitrat-Dihydrat pro Liter auf.
Einsatz in oralen Rehydratationslösungen (ORS)
Natriumcitrat-Dihydrat ist zudem als Wirkstoff in Glucose-Elektrolyt-Mischungen enthalten. Laut WHO besteht eine standardisierte ORS-Lösung aus Wasser, Glucose sowie den Elektrolyten Natriumchlorid, Natriumcitrat-Dihydrat und Kaliumchlorid.
Zusammensetzung pro Liter WHO-Trinklösung (neue Rezeptur):
- 13,5 g Glucose
- 2,6 g Natriumchlorid
- 2,9 g Natriumcitrat-Dihydrat
- 1,5 g Kaliumchlorid
Die einzelnen Bestandteile werden abgewogen und im Mörser homogenisiert. Glucose wird nach den Salzen anteilig hinzugefügt. Die Mischung wird in Flachbeutel abgefüllt. Das NRF bietet drei verschiedene Mischungen: ORS 40, ORS 60 und New-ORS-WHO. Die einzelnen Varianten haben ein unterschiedliches Gewicht.
- ORS 40: 25,0 g
- ORS 60: 26,0 g
- New-ORS-WHO: 20,5 g
Mehr aus dieser Kategorie
Roche erzielt Studienerfolge mit Abnehmpräparat Enicepatid
Der Schweizer Pharmakonzern Roche verzeichnet Fortschritte bei der Entwicklung seines Hoffnungsträgers Enicepatid, einem einmal wöchentlich zu verabreichenden dualen GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten. In …
Prävention vor Ort: Hohe Zustimmung für erweiterte Apothekenleistungen
Apotheken bieten einen unkomplizierten und leicht zugänglichen Anlaufpunkt für Fragen rund um die Gesundheit, wobei Prävention und Gesundheitsförderung zunehmend an …
Oxytocin erhöht Vertrauen bei Skeptikern
Oxytocin ist weithin als „Kuschelhormon“ bekannt. Eine aktuelle Publikation unter Mitwirkung der Universität Zürich liefert nun den Autoren zufolge belastbare …










