Migräne: Was Männer und Frauen unterscheidet
Dass Migräne häufig primär als „Frauenkrankheit“ wahrgenommen wird, ist kein bloßes Klischee, sondern medizinischer Fakt: Nach der Pubertät leiden Frauen etwa dreimal häufiger an der Erkrankung als Männer. Laut dem Kopfschmerz- und Migräne-Report 2026 (einer repräsentativen Umfrage von Bilendi im Auftrag von Opella) identifizieren 65 Prozent der befragten Frauen hormonelle Schwankungen als maßgeblichen Auslöser. Insbesondere die Menstruation erweist sich hierbei als einer der stärksten Trigger für Migräneattacken.
Während solcher Attacken berichten Patientinnen zudem signifikant häufiger von Begleitsymptomen wie Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit sowie Nacken- und Schulterverspannungen. Doch was bedeutet dieser Fokus auf weibliche Symptome eigentlich für von Migräne betroffene Männer?
Bei männlichen Betroffenen wird die Erkrankung deutlich öfter übersehen. Dies liegt nicht nur an der gesellschaftlichen Stigmatisierung, sondern auch an Abweichungen im klinischen Bild: Männer zeigen seltener das klassische Beschwerdeprofil und verzeichnen meist kürzere Attacken. Zudem unterscheidet sich der biologische Prozess des Migränegeschehens zwischen den Geschlechtern. Erschwerend kommt hinzu, dass der wissenschaftliche Kenntnisstand lange Zeit vorrangig auf klinischen Studien mit weiblichen Teilnehmenden basierte. Das Resultat: Männliche Betroffene fallen erst durch das Raster der Forschung – und in der Praxis ihrer Ärzt:innen wird ihr Krankheitsbild Migräne häufig gar nicht gesehen.
Mehr aus dieser Kategorie
Grippe: 90 Prozent der Risikokinder ohne Schutz
Nur rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die ein erhöhtes gesundheitliches Risiko tragen, sind gegen Grippe geimpft. …
Neuer Warnhinweis für Polysorbat in Arzneimitteln
Derzeit erhalten zahlreiche bekannte Arzneimittel neue Warnhinweise, wenn sie Polysorbate als Zusatzstoff enthalten. Grund dafür sind behördliche Auflagen. Hintergrund ist die …
Melatonin: OTC gegen Jetlag
Melatonin gibt es als Nahrungsergänzungsmittel oder als verschreibungspflichtiges Medikament. Jetzt kommt in der Dosierung von 3 mg je abgeteilter Arzneiform …










