Achtung, scharf: Erhöhen Chilis das Krebsrisiko?
Scharfem Essen wird unter anderem eine verdauungsanregende und den Stoffwechsel ankurbelnde Wirkung zugesprochen. Doch zu viel davon kann auch gefährlich werden. Demnach stehen Chilis in Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Was ist dran?
Chilis enthalten den Scharfstoff Capsaicin. Dieser gehört zu den Capsainicinoiden und wird von verschiedenen Paprikaarten gebildet, um die Pflanzen vor Fraßfeinden zu schützen. Die Alkaloide sorgen für den charakteristischen scharf brennenden Geschmack der Früchte.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht von einer maximalen Dosis von 5 mg Capsaicin je Kilogramm Körpergewicht pro Mahlzeit bei Erwachsenen aus, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. Denn wer zu viel Chili und damit Schärfe zu sich nimmt, gefährdet die Gesundheit. Genau soll durch zu viele Chilis das Krebsrisiko steigen. Dem geht eine Studie auf den Grund.
Übrigens: Chili kann auch das Adipositasrisiko erhöhen, wie Forschende zuletzt herausgefunden haben.
Krebsrisiko durch Chilis? Zusammenhang nicht belegt
In einer Metaanalyse haben Forschende aus China untersucht, wie sich ein übermäßiger Verzehr auf das Krebsrisiko auswirkt. Genau ging es um die Frage, ob zu viele Chilis das Auftreten von Speiseröhrenkrebs begünstigen können. Das Ergebnis: Von den mehr als 11.000 Patient:innen, die in den 14 zugrundeliegenden Studien berücksichtigt wurden, entwickelten rund 5.000 eine Krebserkrankung des Verdauungstrakts. Dabei zeigte sich: Je höher der Chili-Konsum, desto größer das Risiko. Genau war das Krebsrisiko bei Personen mit dem höchsten Verzehr an Chilis um bis zu 64 Prozent erhöht. Am größten war die Gefahr im Hinblick auf Speiseröhrenkrebs, der bis zu dreimal häufiger auftrat.
Was der Grund dafür sein könnte und ob Chilis tatsächlich die alleinige Ursache für das erhöhte Krebsrisiko waren, wurde nicht untersucht und muss daher in weiteren Studien genauer erforscht werden. Dabei gilt es außerdem, weitere Einflussfaktoren wie Tabak- und/oder Alkoholkonsum, Ernährungsgewohnheiten und Infektionen zu berücksichtigen beziehungsweise auszuschließen. Hinzukommt, dass sich mitunter regionale Unterschiede zwischen Europa, Asien, Afrika und Amerika zeigten.
Zudem werden Capsaicin auf der anderen Seite auch entzündungshemmende Eigenschaften sowie positive Effekte auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das Sterberisiko zugesprochen. Es braucht also weitere klinische Studien, um Klarheit zu schaffen.
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