Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Todesfälle sinken, bleiben aber Todesursache Nummer eins
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben die häufigste Todesursache in Deutschland. Allerdings geht die Zahl der Todesfälle weiter zurück: Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, starben im Jahr 2025 rund 334.100 Menschen daran – ein Minus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im Vergleich zum Jahr 2022 fällt der Rückgang mit 6,7 Prozent noch deutlicher aus. Besonders ausgeprägt ist dieser Rückgang bei Herzinfarkten mit minus 15,2 Prozent, sowie bei zerebrovaskulären Erkrankungen wie Schlaganfällen, Hirnblutungen und Hirninfarkten mit minus 6,3 Prozent. Zum Vergleich: Zwischen 2019 und 2022 waren die Zahlen in diesen Bereichen noch gestiegen.
Frühere Diagnosen und bessere Therapien als Erfolgsfaktoren
Professor Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, führt die positive Entwicklung im Bereich der koronaren Herzkrankheiten vor allem auf zwei Faktoren zurück:
- Früherkennung: Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden heute in einem deutlich früheren Stadium diagnostiziert.
- Medikamentöse Fortschritte: Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette lassen sich durch modernere Therapien gezielter und effektiver einstellen. „Das ist ein Punkt, der so langsam durchschlägt“, betont Voigtländer.
Starker Rückgang bei Älteren und Frauen
Der Rückgang tödlicher Herzinfarkte seit 2022 zeigte sich bei Frauen mit minus 16,8 Prozent noch stärker als bei Männern mit minus 14,1 Prozent. Zwar profitierten alle Altersgruppen von dieser Entwicklung, am deutlichsten war der Effekt jedoch in der Gruppe der 80- bis 85-Jährigen mit einem Minus von 30,6 Prozent. Bei den zerebrovaskulären Erkrankungen sanken die Todesfälle seit 2022 bei Männern um 4,6 Prozent und bei Frauen um 7,7 Prozent.
Gesamthaft starben in Deutschland im vergangenen Jahr rund 1,01 Millionen Menschen (minus 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr) – dies ist der dritte Rückgang in Folge.
Krebs bleibt zweithäufigste Todesursache
Mit 228.800 Verstorbenen war Krebs auch 2025 die zweithäufigste Todesursache, gefolgt von Erkrankungen des Atmungssystems (81.200 Tote). Fast zwei Drittel aller Sterbefälle (64 Prozent) entfielen auf diese drei Hauptursachen.
Die geschlechterspezifische Auswertung zeigt deutliche Unterschiede bei den häufigsten Einzeldiagnosen:
Bei den Frauen waren die drei häufigsten Todesursachen laut Bundesamt: Demenz mit 7,7 Prozent, chronische ischämische Herzkrankheit mit 5,8 Prozent und Herzinsuffizienz mit 4,3 Prozent. Männer starben am häufigsten an chronischer ischämischer Herzkrankheit mit 7,7 Prozent, bösartigen Neubildungen der Bronchien und der Lunge mit 5,2 Prozent und Herzinfarkt mit 4,8 Prozent.
Mehr aus dieser Kategorie
PTA-Cup 2026: Sechs Schulen, Challenges und Teamgeist
Wie viel pharmazeutisches Wissen, Kreativität und Teamgeist passen in 60 Sekunden? Beim PTA-Cup zeigen sechs PTA-Schulen aus ganz Deutschland, was …
Mounjaro: Neue Vorgaben für Transport und Lagerung
Bei der Handhabung des Abnehmspritzentyps Mounjaro (Tirzepatid, Lilly) gibt es spürbare Erleichterungen: Der Hersteller hat die Vorgaben für die Lagerung …
Sleepy Girl Mocktail: Hilft Sauerkirschsaft wirklich beim Einschlafen?
Sauerkirschsaft, Magnesium und ein Schuss Sprudelwasser: Der sogenannte „Sleepy Girl Mocktail“ wird als einfache, natürliche Einschlafhilfe besonders auf TikTok gefeiert. …












