Abnehmspritze: Giftnotrufe wegen Semaglutid verdoppelt
Ursprünglich waren Präparate mit dem GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid zunächst zur Diabetes-Behandlung zugelassen. Inzwischen ist jedoch Wegovy (Novo Nordisk) auch zum Gewichtsmanagement zugelassen. Doch in dieser Indikation genutzt hat sich die Zahl der Giftnotrufe wegen Semaglutid verdoppelt.
„Spritze rein, schlanker sein!“ – Auch wenn viele Expert:innen davor warnen, ist das für viele Nutzer:innen das Motto, wenn es um Abnehmspritzen mit GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Co. geht. Dabei wurden die Präparate lange auch off-label zum Abnehmen eingesetzt. Inzwischen wurde die Zulassung verschiedener Präparate auch auf die Indikation Gewichtsreduktion ausgeweitet. Doch unter Semaglutid als Abnehmmittel hat sich die Zahl der Giftnotrufe verdoppelt, zeigen aktuelle Daten – zumindest in den USA.
Semaglutid: Giftnotrufe wegen Anwendungsfehlern verdoppelt
Wie aus Zahlen des US-amerikanischen Datenregisters der Giftinformationszentren hervorgeht, die für die Jahre 2012 bis 2023 ausgewertet wurden, haben die Anrufe bei den Giftnotrufstellen seit der Zulassung des GLP-1-Rezeptoragnoisten zur Behandlung von Adipositas deutlich zugenommen. Genau haben sich die Giftnotrufe wegen Überdosierungen von Semaglutid sogar verdoppelt – meist aufgrund von Anwendungsfehlern.
Das Problem: Kommen Arzneimittel mit dem Wirkstoff zur Gewichtsreduktion zum Einsatz, ist dies häufig mit Problemen verbunden. Demnach stellen die wöchentliche Gabe sowie die Empfehlung zur langsamen Dosissteigerung Nutzer:innen offenbar zu Herausforderungen. So waren oftmals eine falsche Dosis oder der falsche Zeitpunkt der Injektion Anlass für den Anruf.
Die Expert:innen vergleichen die Probleme mit denen unter einer Methotrexat-Therapie. Auch dabei haben Patient:innen in puncto Dosierung und Einnahmezeitpunkt oftmals Schwierigkeiten, sodass statt einer wöchentlichen mitunter eine tägliche Anwendung erfolgt. Anders als unter MTX seien tödliche Überdosierungen unter Semaglutid unwahrscheinlich, allerding können erhebliche gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten. Die Folge: Oftmals kommt es zu Überdosierungen bis hin zu Vergiftungserscheinungen, die wiederum zu mehr Giftnotrufen geführt haben. Die häufigsten Beschwerden waren dabei Brechreiz und Erbrechen, Bauchschmerzen, Diarrhö, Schwindel und Kopfschmerzen.
Um künftig zahlreichen vermeidbaren Giftnotrufen wegen Anwendungsfehlern vorzubeugen, raten die Expert:innen zu mehr Aufklärung, sowohl in Arztpraxen als auch Apotheken.
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