Hydroxychloroquin: Achtung vor Netzhautschäden
Werden Patient:innen mit Hydroxychloroquin-haltigen Arzneimitteln behandelt, ist Vorsicht geboten. Denn der Wirkstoff birgt Nebenwirkungen. Nun haben Forschende die Gefahr von Netzhautschäden unter Hydroxychloroquin näher untersucht.
Hydroxychloroquin zählt zu den langsam wirkenden Antirheumatika und kommt unter anderem zur Behandlung von Patient:innen mit rheumatoider oder juveniler idiopathischer Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes zum Einsatz, wird aber auch zur Malariaprophylaxe und -therapie angewendet. Das 4-Aminochinolin besitzt biologische Wirkungen, die denen von Chloroquin ähnlich sind – einschließlich einer Anti-Malariawirkung und immunsuppressiven Eigenschaften.
Doch unter der Behandlung drohen Nebenwirkungen, vor allem bei einer Langzeittherapie. So besteht unter anderem ein hohes Risiko für eine Retinopathie – Netzhautschäden – unter Hydroxychloroquin.
Hydroxychloroquin: Netzhautschäden und dauerhafter Sehverlust
Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der Universität Toronto (Kanada) in einer Untersuchung. Dabei beziffern sie das Risiko für Netzhautschäden unter Hydroxychloroquin auf insgesamt rund 7,5 Prozent. Am größten fällt dieses aus, wenn die Tagesdosis Hydroxychloroquin bei > 5 mg/kg liegt und über einen längeren Zeitraum verabreicht wird, sodass eine Lebenszeitdosis von > 1.000 g zustande kommt. Das Vorliegen einer Nierenerkrankung sowie die gleichzeitige Einnahme von Tamoxifen erhöhen die Gefahr zusätzlich. Letztere ist sogar mit einem etwa fünffachen Anstieg des Risikos einer Netzhauttoxizität verbunden, da schon das Krebsmedikament allein die Gefahr birgt.
Die Gründe liegen in einer Hornhauttoxizität des Wirkstoffs, der im Auge verschiedene Strukturen beeinträchtigt, darunter die Hornhaut, den Ziliarkörper und die Netzhaut. Während die Toxizität zu Beginn noch symptomlos bleiben kann, zeigen sich im Verlauf zunehmend Sehstörungen, Veränderungen des Farbsehens sowie Leseschwierigkeiten. Die Beschwerden gelten zudem als irreversibel und können sogar nach dem Absetzen noch anhalten und zu einem dauerhaften Sehverlust führen.
Zu Beginn einer Behandlung mit Hydroxychloroquin und/oder innerhalb des ersten Jahres wird daher eine Augenuntersuchung empfohlen, um das Risiko von Netzhautschäden einzugrenzen. Während das Risiko in den ersten fünf Jahren allgemein als relativ gering gilt – vor allem bei geringen Dosen –, sollten ab dem sechsten Jahr zudem regelmäßige Kontrolluntersuchungen erfolgen.
Außerdem sollte eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vor dem Behandlungsstart stattfinden.
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